Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (8 (1918))

Die Säkularisation des Ritterstifts Odenheim in Bruchsal. 121

ben, auf der sich der eigentliche Vertrag aufbauen wollte*
Derselbe begann am 23. April 1829 und „dauert für ewige
Zeiten“ (§1). In § 2 zählt er die Verpflichtungen auf, die
„fernerhin auf der ärarischen Kasse haften“: a) Der Bau
und die Unterhaltung der Kirche in ihren verschiedenen
Teilen; b) die Anschaffung und Unterhaltung „der benötig-
ten Glocken“, der Glockenstühle, der Uhr einschließlich
des Aufziehens, der Orgel einschließlich der Stimmung, der
Kirchenstühle usw.; c) der Stiftsmesnerdienst und das Läu-,
ten. Die derzeitige Belohnung dafür „beruht auf einem
mit dem Kirchendiener Fleischmann einstweilen auf drei
Jahre abgeschlossenen besonderen Vertrag. Nach Umfluß
dieser drei Jahre wird ein desfallsiger beständiger Vertrag
von Seite des Gr. Domänenfiskus beabsichtigt“; d) „die
dem ehemaligen Stift obgelegene Verabreichung des Meß-
weins“. Sie „beruht ebenfalls auf einem mit dem Geistlichen
Rat und Stadtpfarrer Keck auf drei Jahre abgeschlossenen
besonderen Vertrag. Nach Umfluß dieser Zeit wird des-
falls ein frischer Vertrag abgeschlossen werden“.
Diese Verpflichtungen — beim Meßwein ist es noch
besonders betont — sollen dem Ärar in derselben Weise
wie „dem ehemaligen Stift“ obhegen, d. h. nach Maßgabe
der Translationsurkunde. Daher blieb es auch Sache des
Ärars, für die Befriedigung dieser Verbindlichkeiten un-
mittelbar zu sorgen. Es ordnet die baulichen Herstellungen
an, beauftragt den Orgelbauer, den Uhrmacher, überträgt
durch besonderen Vertrag den Stiftsmesnerdienst und die
Stellung des Meßweins, ohne daß der Stiftungsvorstand
etwas damit zu tun hat. Die Absicht des Ärars, bezüglich
des Stiftsmesnerdienstes seinerzeit einen „beständigen“ Ver-
trag abzuschließen, ist, wenn darunter ein solcher mit dem
Heiligenfonds verstanden wurde, nicht zur Ausführung
gekommen.
Der Heiligenfonds übernahm (§3) die schon im Erlaß
des Finanzministeriums vom 11. April 1829 genannten Lei-
stungen, dazu die Unterhaltung des Taufsteins1), die je-
i) Auch die „Unterhaltung“ des „Pfarraltars“ wird genannt. In
§ 2b wird aber diese ,-Unterhaltung64 jener des Muttergottesaltars durch
die Sodalität an die Seite gestellt. Darunter kann unmöglich die bau-
liche Unterhaltung gemeint sein.

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