Full text: Volume (8 (1918))

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Anton Wetterer,

versarien zu bestreiten hatte. So hoffte man eine Ver-
einfachung herbeizuführen, von der sich namentlich das
Ärar Vorteile versprach. Die Vertretung des Heiligenfonds
lag in den Händen des Stiftungsvorstandes1), an dessen
Spitze Stadtpfarrer Keck stand. Bei ihm lag es nun, das
angebotene Aversum anzunehmen. Die angemessene Form
war die des Vertrages. Keck schien jedoch das Aversum
nicht zu genügen, das auf der Berechnung von 1824 be-
ruhte. Seit dem 28. November 1825 an der Stadtkirche
investiert, bestrebte er sich, den Gottesdienst feierlicher zu
gestalten, als es unter seinem jahrelang kranken Vorgänger
ohne Hilfspriester geschehen war. Die Folge war ein er-
höhter Aufwand, namentlich an Wachs. Deswegen hatte
er sich am 12. März 1828 in der Sache dahin erklärt, daß
man die vorgeschlagenen Beträge zwar nicht von der Hand
weisen, das Ärar aber sich „nur noch einige Aufbesserungen
gefallen lassen solle". Dies sei, §o meinte er, wohl begründet
im Hinblick auf das an das Ärar gefallene große Stifts-
vermögen.
Dieser Wunsch Kecks war in dem Vorschlag der Hof-
domänenkammer an das Finanzministerium und daher im
Erlaß des letzteren nicht berücksichtigt worden. Daher
zögerte er jetzt, das angebotene Aversum formell zu ak-
zeptieren. Er wurde bei der Domänen Verwaltung in Bruch-
sal vorstellig und fand geneigtes Gehör. Mit ihr vereinigte
er sich zu einem Aversum von 175 Gulden — statt 130 Gul-
den— mit einiger Ausdehnung der zu übernehmenden Ver-
pflichtungen. So wurde mit Zustimmung der Hofdomänen-
kammer am 25. April 1831 zwischen der Domänenverwal-
tung und dem Stiftungsvorstand ein Vertrag abgeschlossen.2)
Ein „Vorbericht" suchte die bisherige Ordnung zu beschrei-
x) Nach der Verordnung des Ministeriums des Innern vom 21. No-
vember 1820. Daraus wurde 1861 die Katholische Stiftungskommission
und 1890 der Katholische Stiftungsrat.
2) Für die Domäne Unterzeichnete Domänenverwalter Engesser;
als Stiftungsvorstand Stadtpfarrer Keck, Oberbürgermeister Kohner,
Ratsbürgermeister Schäfer und Rechner Prestinari. Der Vertrag wurde
genehmigt am 9. Mai 1831 von der Hofdomänenkammer, am 28. Mai
1831 von der Katholischen Kirchensektion und am 5. August 1831 vom
Erzbischöflichen Ordinariat.

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