Full text: Volume (8 (1918))

Die Säkularisation des Ritterstifts Odenheim in Bruchsal. 119

den Tatsachen der bisherigen Observanz. Denn bei den
Verhandlungen, die eingeleitet wurden, um einige Aufwen-
dungen auf das wirkliche Bedürfnis zu reduzieren und andere
in ein Geldaversum umzuwandeln, wurde nicht der Inhalt
dieses Schreibens zugrunde gelegt, sondern Durchschnitts-
berechnungen des bisherigen tatsächlichen Aufwandes.
Das Ergebnis dieser Berechnungen der Domänenverwal-
tung vom Jahr 1824 für die abzulösenden Leistungen
lautete auf etwa 170 Gulden. Die Hofdomänenkammer
nahm diesen Vorschlag an und stellte danach am 25. Fe-
bruar 1829 Antrag beim Finanzministerium, das am
11. April 1829 die Bestätigung aussprach. Die Belohnung des
Stiftsmesners wurde auf 100 und die der Chorknaben auf
50 Gulden festgesetzt. An Meßwein sollten jährlich 2 Ohm
Speierer Maß entweder in natura geliefert oder nach dem
laufenden Preis vergütet und zum Heizen der Sakristei
2 Klafter Brennholz, halb Huchen, halb Eichen, abgegeben
werden. „Für Anschaffung von Wachs, Öl, Dochten, Weih-
rauch, für das Reinigen und Ausbessern der Kirchenwäsche,
für Neuanschaffung und Reparation der Kirchengeräte und
Ornate, endlich für Reinigen der Kirche und des Kirchen-
platzes und Anschaffung der hierzu nötigen Besen ist dem
Heiligenfonds ein Aversum von jährlich 130 Gulden an-
zubieten, demselben sämtliche noch vorhandene Paramente
und Kirchengeräte zu Eigentum zu überlassen und von
Seite des Ärars auf den Bezug des Geläutegeldes zum Besten
des Heiligen zu verzichten.“ Diese Läutegebühren wurden
auf 23^2 Gulden veranschlagt. Dazu kam noch das Ein-
gehen der 10 Gulden zum ewigen Licht, so daß die jähr-
liche Entschädigung etwa 173^2 Gulden betragen hätte.
Gemäß diesem Erlaß verfügte die Hofdomänenkammer am
18. Mai 1829 an die Domänen Verwaltung in Bruchsal.
Der Erlaß des Finanzministeriums erkannte offensicht-
lich die Verpflichtung zum Kultusaufwand nach dem wirk-
lichen Bedürfnis an. Der Umfang desselben wurde nament-
lich im Benehmen mit der Katholischen Kirchensektion
bestimmt. Eine Reihe von Leistungen wollte die Staats-
behörde durch ein Aversum ablösen, das sie dem Heiligen-
fonds anbot, der ja den Aufwand für die gestifteten Anni-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer