Full text: Volume (2 (1912))

Der Anteil des Christentums an den Ordalien.

233

Das Christentum war von der See her nach Gallien ge-
kommen. Zuerst fand cs in Südgallien Eingang und schritt
von da aus rhoneaufwärts.1) Zu Zeiten der ersten Christen-
verfolgung finden wir bereits in Lyon und Vienne Christen-
gemeinden.2) Diese standen mit ihren Brüdern in Phrygien
und Kleinasion, von denen sie das Christentum erhalten
hatten3) und deren Stamme sie angehörten — waren doch
die Gallier in Gallien und Galater in Phrygien und Galatien
desselben, nämlich keltischen Stammes4) — in regem Verkehr.
Uber die Christenverfolgung bei ihnen senden sie Berichte
nach Kleinasien und Phrygien.5) Unter den Märtyrern wird
auch ein phrygischer Arzt und Prophet Alexander ge-
*) 0. Hirschfeld, cZur Geschichte des Christentums in Lugu-
dunum vor Konstantin’ (Sitzungsberichte, Berlin 1895), 8. 382 und 392;
W. Schultze, Deutsche Geschichte von der Urzeit bis zu den Karo-
lingern (Bibliothek Deutscher Geschichte hgg. von H. v. Zwiedinek-
Südenhorst), II, Stuttgart 1896, S. 23; Harnaek, Mission, II2,
S. 222 f. — 2) Evoeßtog, ExxXrjoiaouxi] iazoQia, E, 1 (Eusebius’ Werke
II/l, hgg. von E. Schwartz und Th. Mommsen [Die griechischen
christlichen Schriftsteller der ersten 3 Jahrhunderte hgg. von der
Kirchväterkommission der kön.-preuß. Akademie der Wissenschaften],
Leipzig 1903, S. 403ff.); Harnaek, Mission, II-, 8. 76; Weiß,‘Gallia’
(Pauly’s Realenzyklopädie, 13. Halbband, Stuttgart 1910), Sp. 660. —
3) Funk, ‘Montanismus’, Sp. 1831; Hirschfeld, ‘Christentum in
Lugudunum’, 8. 381; Moeller, Kirchengeschichte, I2, S. 228; L. Fried-
länder, Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms in der Zeit von
August bis zum Ausgang der Antonine, IV 8, Leipzig 1910, S. 268 f. —
4) E. Lavisse, Histoire de France depuis les origines jusqu’ ä la
revolution, 1/2 (G. Bloch), Paris 1900, p. 26ss.; M. Maclean, The
literature ofthe Celts, its history and romance, London 1902, p. 8f.; Har-
naek, Mission, II2, S. 182; F. Stähelin, Geschichte der kleinasiatischen
Galater2, Leipzig 1907, 8. 6ff; Brandts, ‘Galatia’ (Pau ly ’s Realenzy-
klopädie, 18. Halbband, Stuttgart 1910), Sp. 522f. und 534; Niese,
‘Galli’ (ebendort), Sp. 610f. und 619 f.; Th. Mommsen, Römische Ge-
schichte, V5, Berlin 1904, 8. 311: „Die Landschaft Galatien . . . war im
Lauf der Jahrhunderte in Sprache und Sitte eine keltische Insel in-
mitten der Fluten der Ostvölker geworden und ist dies in der inneren
Organisation auch in der Kaiserzeit geblieben“. — ®) Evosßtog, ExxXrj-
oiaozixt] laxooLa, E, 1 (Werke II/l, 8. 403); J. Langen, Geschichte der
römischen Kirche bis zum Pontifikate Leos I., Bonn 1881, S. 157;
Funk, ‘Montanismus’, Sp. 1831; Hirschfeld, ‘Christentum in Lugu-
dunum’, S. 381; Moeller Kirchengeschichte, I2, S. 172; Harnaek,
Mission, II2, S. 180

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer