Full text: Volume (5 (1915))

9.19. Ghisalberti, G. A., II diritto di regalia sui benefici ecclesiastici in Italia

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Literatur.

die Hugenotten zum Übertritt gezwungen, Josef hat den Akatholiken
Toleranz gewährt. Daß man dabei auch die wirtschaftlichen und geistigen
Schäden, die Österreich infolge der Intoleranz erlitten hatte, nicht
übersah, ist doch natürlich. Gewiß ist man bei der Klosteraufhebung
nicht immer löblich zu Werke gegangen. Aber die Verfasserin übersieht,
daß das Vermögen der aufgehobenen Klöster nicht inkammeriert, sondern
zur Bildung des Religionsfonds verwendet wurde, daß an Stelle der
Bruderschaften das Armeninstitut trat usw. Daß man Kapitalien anlegt
und nicht brach liegen läßt, scheint die Verfasserin nicht zu wissen
(S. 86 N. 2). Wie einseitig sie die Quellen benutzt, beweisen die von
ihr mitgeteilten Akten z. B. über die Beratung über die Zulassung der
Priesterehe. Sie fühlt nicht, daß das Votum Hatzfelds ironisch gemeint
ist und warnen soll, übersieht, wie Kaunitz in seinen Ausführungen
vor allem „die Rechte der Menschheit und das Beste des Staates" in
Betracht zieht (S. 105).
Wien. Hans von Voltelini.

G. A.. Ghisalberti, II diritto di regalia sui benefici eccle-
siastici in Italia (spogli e sedivacanze). Pavia, Mattei & C.
1914. 55 p. 8°.
Diese kleine Schrift sucht die Herkunft, den Begriff und das Wesen
des Regalienrechts in Italien zu ermitteln. Man wird nicht behaupten
können, daß der Verfasser sich seine Aufgabe sonderlich schwer ge-
macht hat. Er kennt nicht einmal die neuere Literatur über das Re-
galien- und Spolienrecht, namentlich nicht die deutsche. Auch das
Quellenmaterial, mit dem er arbeitet, ist sehr dürftig. So ist der Er-
trag gering. Zunächst wird festgestellt, daß, während die kirchlichen
Vorschriften die Verwaltung des Gutes einer erledigten Bischofskirche
durch einen Ökonomen vorsahen, im 9. und 10. Jahrhundert vielfach
' Volk und Klerus die bischöflichen Verlassenschaften spoliierten und
die Könige die Hand auf das Gut der verwaisten Kirche legten, worin
Ghisalberti aber lediglich tatsächliche Übergriffe, nicht die Geltend-
machung eines eigentlichen Spolien- und Regalienrechtes erblickt. Auch
der Vogt bzw. Vizedominus hatte kein Recht auf Spolien und Regalien,
wie oft er auch seine Stellung während der Sedisvakanz zu seiner Be-
reicherung mißbraucht haben mag. Eher wäre der Ursprung des in
Rede stehenden Rechts in der Periode zwischen Otto dem Großen und
dem Wormser Konkordat zu suchen und mit der Feudalisierung der
Kirche in Zusammenhang zu bringen. In Roma Ottone s' era imposto
come elettore dei Papa, nei comitati vescovili era 1' imperatore ehe eleg-
geva il successore, il proprietario della parrocchia, vescovo convento
senior, elegge il parroco. L' „ius praesentationis" domina incontra-
stato. Corrispondentemente a tali concetti il signore della parrocchia
&1 quale spesso il clero deserviente era legato con vincolo di giuramento

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