Full text: Volume (5 (1915))

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Albert Werminghoff,

worden“ und es möchte „gar hart“ sein, das Geld einzu-
bringen. Kein Wunder, daß solche Ausflüchte den Fürsten
„nicht gar gefällig“ waren. Immerhin verdichteten sie sich
zu dem Anträge, es solle den Städteboten gestattet werden,
die Angelegenheit „hinter sich an ihre Freunde zu bringen“,
so daß auf einem späteren Tage die endgültige Antwort
der Städteboten zu erfolgen hätte.1) Das Geschick der
Vorlage war damit entschieden. Sie wurde am 1. Dezember
1427 vom Kardinal, den Kurfürsten, Fürsten und Herren
gutgeheißen, am Tage darauf als ihr „Ratschlag und Be-
schluß“ in einem deutschen und einem lateinischen Texte
festgelegt. Erst zu Beginn des nächsten Jahres, am 1. Ja-
nuar 1428, erklärte auf einem Fürsten- und Städtetag zu
Heidelberg die größere Mehrzahl der städtischen Gesandten
ihre Zustimmung zu den Frankfurter Beschlüssen, derart
allerdings, daß nicht einmal in diesem Augenblick das Miß-
trauen einiger Gemeinwesen seine Sonderwünsche hinsicht-
lich der Durchführung der Gesetzesvorschriften unterdrückt
hätte.2) Das wichtigste aller Reichsgesetze aus der Zeit
Sigmunds bedurfte zweier Versammlungen, um in den
schützenden Hafen reichsständischen Wohlwollens einzu-
laufen, ähnlich wie einst, im Jahre 1356, die Goldene Bulle
auf zwei nach Zeit und Ort voneinander getrennten Reichs-
tagen zustande gekommen war.
Inhalt und Tragweite des umfangreichen Gesetzes sind,
nachdem zuerst J. G. Droysen3) sich mit ihnen beschäftigt

x) Vgl. die städtische Aufzeichnung über den Verlauf der Ver-
handlungen, RTA. IX, 8. 81 n. 70 bes. § 12—21. 28—39.
2) Vgl. ebd. IX, 8. 124 n. 94 —107, bes. n. 98 und 100.
E. Windecke, Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Zeitalters König
Sigmunds § 278 herausg. von W. Altmann 8. 231 (übers, von Hagen2
8. 181 f. c. 227) erwähnt die Frankfurter Versammlung von 1427, doch
läßt er, da der anslag nicht furgon möcht, das Gesetz erst auf der
Heidelberger Versammlung beschlossen werden; vgl. dazu D. Kerler:
RTA. IX, 8. 64.
3) J. G. Droysen, Die Reichskriegssteuer von 1427: Berichte
über die Verhandlungen der Königl. Sächsischen Gesellschaft der Wissen-
schaften zu Leipzig, philol.-hist. Klasse VII (Leipzig 1835), 8. 161 ff.;
Geschichte der Preußischen Politik I2, 8. 350f. Die recht krausen Be-

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