Full text: Volume (5 (1915))

Kirchliches Abgabenwesen bei französischen Eigenkirchen. 415
und Verordnungen) und dem lokalen Sonderrecht scharf
genug herausstellen. Loy* 1) hat hier mit seiner Arbeit über
den kirchlichen Zehnten des Bistums Lübeck ein gewiß
bemerkenswertes Vorbild geboten. Allerdings fordert diese
Dissertation, in allem eine Erstlingsarbeit, zu einer be-
deutenden und allseits vertiefenden Überholung heraus.
Das territorialgeschichtliche Forschungsprinzip2) hat
nun freilich auch bei Viard für französische Gebiete eine
gewisse Anwendung gefunden. Aber so fruchtbar die Ar-
beiten dieses geschätzten Autors sich anlassen3 * *), gleich-
1) Der kirchliche Zehnt im Bistum Lübeck von den ersten Anfängen
bis zum Jahre 1340, Kieler phil. Diss. 1909.
2) Über dessen V erwendung für monastische Arbeiten vgl. G. Schrei-
ber, Studien zur Geschichte und Rechtsgeschichte des mittelalterlichen
Mönchtums, Theologische Revue XIV (1915), Sp. 241 ff. und besonders
Sp. 247.
3) Die Reihe dieser Arbeiten eröffnete die juristische Dissertation
Histoire de la dime ecclesiastique principalement en France jusqu’au
d6cret de Gratien, Dijon 1909. Sie wurde mehrfach berichtigt und
ergänzt bei G. Schreiber, Kurie und Kloster im 12. Jahrhundert,
Stuttgart 1910 (Kirchenreehtl. Abhdl., hrsg. von U. Stutz, Heft 65—68)
I, S. 249, und an anderen im Register II, 8. 461 f. unter „Zehnt" fest-
gehaltenen Stellen. Viard ließ dann an weiteren Studien folgen: La
dime ecclesiastique dans le royaume d’Arles et de Vienne au XIIe et
XIII6 siecles, in dieser Zeitschrift XXXII, Kan. Abt. I (1911); Histoire
de la dime ecclesiasti que dans le royaume de France aux XIIe et XIIIe
siecles (1150—1313), Paris 1912; Revolution de la dime ecclesiastique en
France aux XIVe et XVe siecles; Histoire de la dime ecclesiastique en
France au XVIe siede (Memoirös et travaux publ. par des professeurs
des facultes catholiques de Lille XII), Lille et Paris 1914, vgl. dazu
R. Holtzmann in dieser Zeitschrift XXXV, Kan. Abt. IV (1913),
8. 550f. — Wertvolle und territorial abgegrenzte Beobachtungen zum
Sprachgebrauch bietet auch die ansehnliche, aber nicht allweg kritische
Arbeit von P. Gagnol, La dime ecclesiastique en France au XVIII& * 8
siede, Paris 1910. Die dem mittelalterlichen Dezem gewidmeten Aus-
führungen, die einen verhältnismäßig breiten Raum einnehmen, sind aller-
dings weniger gelungen. Über diese und die hier gleichfalls einschlägige
Untersuchung von H. Marion, La dime ecclesiastique en France au
XVIIIe siede et sa Suppression, Bordeaux 1912, siehe im übrigen auch
Viard in dieser Zeitschrift XXXIII, Kan. Abt. II (1912), S. 419f.
Wenig beachtet (soviel ich sehe, hat nur G. Desdevises du Dezerfe
in einer Anzeige in der Revue des questions hist. XCIII, N.S. IXL (1913),
p. 302 s., die aber keine neuen Momente beibringt, darauf hingewiesen) ist
in der Fachliteratur eine andere und nicht minder mühsam gearbeitete

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