Full text: Volume (5 (1915))

308

Rudolf Schäfer,

patronatus nunc auctoris iterata (1647) bis auf die Glosse
zum corpus jur. canonici zurück1) und führt unter Be-
rufung auf c. 32 C. 16 qu. 72) aus, ein Geistlicher dürfe
einen Stellentausch insalutato et invito Patrono nicht
vornehmen, quia sic praesentationes rarescerent, saepius
inidonei et inhabiles nonnumquam etiam patronorum ad-
versarii parochias caperent, Laici aegre constituerent et
donis afficerent ecclesias, beneficia patronata sine prae-
sentatione obtingerent, quod est contra essentiam patro-
natus et jus justum3), wie er sich für die Zulässigkeit der
Gefängnisstrafe für Geistliche auf das kanonische Recht
und die evangelischen Kirchenordnungen, aber auch auf
das Konzil von Trient beruft, daher neben jenen4) sowohl
c. 20. 26 C. 23 qu. 5 und c. 1 und 2 in VI0, 1. 5 als sessio 24
cap. 8 de reform. zitiert.5) Auch der Lutheraner Arnold
Mengering6) beruft sich, wo es angemessen erscheint,
auf das kanonische Recht.7)

1) diductio exegetica zu Pos. 119.
2) Die Stelle enthält can. 2 der IX. Synode von Toledo (655), in
dem bestimmt wird, daß, solange aus der Familie der Stifter von Kirchen
Glieder existieren, diesen mit der Sorge für die Kirchen auch das Prä-
sentationsrecht zustehe: Quod si superstitibus (a. L. spretis) ejusdem
fundatoribus rectores ibidem praesumpserit episcopus ordinare, et ordi-
nationem suam irritam esse noverit, et ad verecundiam suam alios in
eorum loco, quos iidem ipsi fundatores condignos elegerint, ordinari.
3) eod. Pos. 68 8. 59f.
4) Die Kursäschs. Kirchenordnung von 1580 und die nieder-
sächsische Kirchenordnung von 1585.
5) Consistor. (1647) cap. 27 sectio 10 de excessibus clericorum,
cap. 29 de poenis, quas consistorium infligit S. 471 f. (8. 467 K., 464 fk.).
6) 1596—1647. Scrutinium conscientiae catecheticum. Das ist
Sünden Rüge und Gewissensforschung (nach d. luther. Katechismus) 1642.
7) 1. c. 8. 1388ff. Er lobt nicht die Geistlichen, die sich oft ver-
setzen lassen, aber billigt auch die Ansicht derer nicht, „welche dafür
halten, daß ein beruffener Kirchen-Diener seine vorige Stelle.
mit gutem Gewissen nicht könne verlassen und einen andern Beruff
annemen: sintemal das Widerspiel aus Gottes Wort 1. Tim. 3, 13, aus
bewehrten Exempeln des Timothei und Titi in der ersten Apostolischen
Kirchen sowol anderer frommer Bischoffe und Kirchendiener aus vielen
Canonibus der alten Concilien und Väter und anderen unbeweglichen
Gründen zu erweisen.“ Seine Gründe sind die im corp. jur. can. C. 7
qu. 1 angegebenen, d. h. die der alten Kirche und des kanonischen Rechts.

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