Volltext: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (5 (1915))

Der Ursprung der Kölner Pfarreien.

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durch die „duodecim plebani“ und „sex capellarii“ zu be-
gehen ist1); ein Schreinseintrag aus der Zeit um 1200 be-
trifft die Schenkung eines Hauses an die „quindecim ple-
bani presbiteri“ zur Feier eines Jahrtags2); 1228 schenkt
ein Anselmus den 12 Plebanen Hausteile zu seinem Seelen-
heil3); ein andermal erhalten sie aus dem Nachlaß eines
Pfarrers von S. Johann Baptist einen bei dessen Jahrtag
zu verteilenden Erbzins4), und ähnlich bedenkt ein Ver-
mächtnis von 1282 jeden der „tredecim plebani maiores"
alljährlich mit vier bei der Memorienfeier zu reichenden
Denaren.5) Aus solchen Schenkungen und Stiftungen ist
wohl das Vermögen dieser Pfarrervereinigung, von dem
wir gelegentlich hören6), erwachsen. Näheres über ihren
Zweck erfahren wir aus den Statuten, die im Jahre 1310,
vermutlich bei einer Erneuerung der Bruderschaft, in die
nunmehr auch die bisher fehlenden Plebane aufgenommen
wurden, abgefaßt wurden.7) Daraus ersehen wir denn, daß
die Vereinigung zunächst rein religiöse Aufgaben verfolgte.
Im Vordergrund steht das Gebet und die Beteiligung an
den Gottesdiensten für verstorbene Mitglieder, die Teil-
nahme am Begräbnis verstorbener Kölner Pfarrer und dgl.
Auch zur Beerdigung von Laien sollte sich die Bruderschaft
einfinden, aber nur wenn jene sich bei ihren Pfarrkirchen
begraben ließen „ne conveniendo in aliis ecclesiis vel mona-
steriis aliquibus ibidem simus onerosi". Diese Bestimmung
enthält eine scharfe Spitze gegen die Stiftskirchen und die
Klöster, vor allem gegen die Bettelorden, und zeigt uns
die Pfarrerfraternität auch als einen auf die Wahrung der
Rechte seiner Mitglieder bedachten Standesverein, der den
Gebeten einer zahlreichen Mönchskongregation, die das
*) Herausgegeben von Schäfer, Annalen LXXIY, 1902, 8. 94
bis 96. Die erwähnten Archivinventare verzeichnen drei Jahrtags-
stiftungsurkunden des Pfarrers Christian von S. Alban.
2) Hoeniger I, S. 2862.
3) Stadtarchiv Köln, Hs. der geistl. Abteilung 69 a 8. 9.
«) Quellen II, 8. 404f. Nr. 390 (1235-1258).
6) Quellen III, 8. 198 -200 Nr. 229.
®) Keussen I, 8. 190al. b3; 8. 301 b7; II, 8. 120b5; Quellen III,
8. 221 Nr. 253.
7) Moderne Abschrift: Stadtarchiv Köln, Urk. 746b.
Zeitschrift für Kechtsgeschichte. XXXVI. Kan. Abt. V. 10

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