Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (5 (1915))

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Johann Dom,

meinde des Bischofs und den der Domfamilie den Namen
Pfarrei zu übertragen und jenen als Pfarrei 8. Johann
Evangelist, diesen als Pfarrei 8. Maria im Pesch zu be-
zeichnen.
§ 2.
Die Bruderschaft der Kölner Plebane und das Burdekanat.
Schon wiederholt wurde auf eine Urkunde aus dem
Jahre 1172 hingewiesen, der wir die erste Erwähnung ver-
schiedener Pfarren verdanken. Sie betrifft die Stiftung
eines Jahresgedächtnisses für den 1167 verstorbenen Erz-
bischof Reinald von Dassel.1) Dieses sollte jeweilen am
Tage vor der Vigil von Maria Himmelfahrt in der Kolumba-
kirche von 25 Geistlichen begangen werden, nämlich von
den ,,pastores tredecim ecclesiarum“ und den „sacerdotes
duodecim capellarum“. Diese Urkunde bildet das früheste
Zeugnis einer Vereinigung der Kölner Plebane. Als deren
Gründer gilt Reinald von Dassel.2)
Aus der Folgezeit besitzen wir noch ein paar weitere
Jahrtagstiftungsurkunden: 1190 stiftet Pfarrer Gottfried
von 8. Kolumba für sich und seinen Vorgänger je eine
Memorie, zu der der zeitige Pfarrer von 8. Kolumba die
„XII ecclesiarum pastores“ berufen soll3), 1217 Pleban
Christian von 8. Alban für sich ein Jahresgedächtnis, das
*) Eine moderne Abschrift des in Privatbesitz befindlichen schlecht
erhaltenen Originals verwahrt das Stadtarchiv Köln (Urk. 25 a). Die
Lücken im Text derselben konnte ich nach einer Abschrift einiger Stellen
in dem Aktenband A 17 a des Pfarrarchivs 8. Maria im Kapitol zum Teil
ergänzen. Das Archiv der Kölner Pfarrerbruderschaft, in dem sich diese
Urkunde mit vielen andern noch zu Anfang des 18. Jahrhunderts be-
fand, ist heute leider zerstreut. Das Kölner Stadtarchiv verwahrt unter
Geistliche Abteilung 238 b zwei Inventare desselben aus den Jahren
1686 und 1718.
2) Das will wohl auch der Vermerk „memoria archiepiscopi Reinoldi
fundatoris“ auf der Rückseite des Originals obiger Urkunde besagen.
Ist aber die erste Gründung durch Reinald von Dassel erfolgt, so kann
man sie nicht mit Kelleter (S. 234) erst ins Jahr 1172 setzen! — Auch
die eapellarii haben anscheinend eine Bruderschaft gebildet (vgl. die
Urk. von 1172, 1190 und Quellen II, S. 404 Nr. 389).
3) Original: Stadtarchiv Köln, Urk. 34c; früher gleichfalls im
Archiv der Bruderschaft.

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