Full text: Volume (5 (1915))

Die deutschen Reichskriegssteuergesetze usw.

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Schwierigkeiten es zu überwinden galt, damit die neue
Steuer gerecht auf die tragfähigen Schultern gelegt, ihr
Ertrag der Verteidigung unserer staatlichen Gemeinschaft
nutzbar gemacht würde. Heute danken wir dem Gesetzgeber,
der zu seinem Teil das deutsche Schwert schärfen half, auf
daß es eine Welt von Feinden vernichte, die unser Volk,
sein Reich und seine Kirchen bedrohen. Das Gesetz von
1427 wollte Mittel schaffen, um den Krieg zu betreiben und
in ihm auszuharren, „bis daß die Sache mit Gottes Hülfe
zu gutem Ende kommen möge". Unser Geschlecht kennt
wieder die gleiche eiserne Notwendigkeit des Wollens, des
Entschlusses, — Wollen und Entschluß aber in Taten welt-
geschichtlichen Gehaltes, weltweiter Aussicht umsetzen
heißt an der Erhaltung deutschen Seins in aller Zukunft
arbeiten, ihm den Raum in der Welt zur Erfüllung seiner
Aufgaben an sich selbst und an der Menschheit verbürgen.
ausschnitten, die ich mir damals anlegfce, finde ich einen Hinweis auf
eine Wehrsteuer in der Grafschaft Blankenheim in der Eifel vom Jahre
1794 (Generalanzeiger für Halle und die Provinz Sachsen vom 23. Mai
1914 n. 119) und auf das Silberedikt in Preußen vom Jahre 1809, über
das W. von Humboldt am 11. März und 1. April 1809 an seine Gemahlin
berichtete (Tägliche Rundschau vom 25. März 1914 n. 125). Über eine
Wehr- und Kriegssteuer in Bayern im Jahre 1813, bes. in München
handelt E. von Destouches: Korrespondenzblatt des Gesamtvereins
der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine LXIII (1915), S. 69 ff.
Das Buch von D. Rottmann, Die Wehrsteuer. Berlin 1915 war mir
nicht zugänglich. — G. Egelhaaf, Historisch-politische Übersicht für
1913 (Stuttgart 1914), 8.26 spricht mit Recht davon, daß bei dem Reichs-
wehrsteuergesetz von 1913 „fast nirgends der wie es schien altererbte
Widerwille der Deutschen gegen direkte Steuern hervortrat, der am
Ende des 15. Jahrhunderts alle Reichsreformversuche gelähmt hatte,
den Schiller in seiner Geschichte des 30 jährigen Krieges anläßlich der
Verhandlungen des schwedischen Kanzlers Asel Oxenstjerna mit den
oberdeutschen Ständen zu Heilbronn (1633) in den bitteren Worten ge-
brandmarkt hat: ,Der schwedische Kanzler erfuhr was dreißig Kaiser vor
ihm mit herber Wahrheit empfunden, daß unter allen mißlichen Unter-
nehmungen die allermißlichste sei, von den Deutschen Geld zu erheben4.“
(s. Schillers Werke herausg. von L. Bellermann VII, Leipzig und
Wien o. J., S. 331 im 2. Teil, 4. Buch).

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