Full text: Volume (9 (1919))

4. Die Wirkungen der Kaiserweihe nach dem Sachsenspiegel

I.

Die Wirkungen der Kaiserweihe
nach dem Sachsenspiegel.1)
Von
Herrn Prof. Dr. Karl Gottfried Hugelmann
in Wien.
Die Kaiserweihe ist ein kirchlicher Akt, ein Sakramen-
tale, ja nach der Lehre der älteren Scholastik eines der
zwölf Sakramente.2) Es liegt auf der Hand, daß die Be-
handlung dieses Akts, der natürlich immer auch einen Ge-
genstand der Regelung durch das kirchliche Recht bildete,
im Sachsenspiegel besonders geeignet ist, das Verhältnis
des Rechtsbuchs zum kanonischen Recht zu beleuchten.
Dabei tritt uns zunächst die — in der jüngsten Literatur
so vielfach erörterte — Frage nach der staatsrechtlichen
Bedeutung der Kaiserweihe entgegen, welche mit der Frage
nach der staatsrechtlichen Bedeutung der Wahl zusammen-
fällt, da die Bedeutung der Wahl sinkt oder steigt, je nach-
dem die Kaiserweihe als Rechtsgrund der kaiserlichen Ge-
walt auf gef aßt wird oder nicht.
Wir wenden uns also zunächst einer Untersuchung
der für diese Frage maßgebenden Stelle des Sachsen-
spiegels zu.

Mit diesem Aufsatz werden die kanonistischen Streifzüge durch
den Sachsenspiegel, deren erster im vorletzten Bande dieser Zeitschrift
SS. 33ff. unter dem Titel „In den ban mit rechte körnen“ veröffentlicht
wurde, fortgesetzt.
2) Vgl. unten SS. 38 ff.
Zeitschrift für Rechtsgeschichte. XL. Kan. Abt. IX. 1

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