Full text: Volume (9 (1919))

Miszellen.

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insbesondere an Cyprians Äußerung (ep. 55,8) über Papst Cornelius
selbst, davon aus, daß man schon damals, zwar nicht ausnahmslos
(8. 987 Anm. 2), aber in der Regel, die Rangleiter von unten an Stufe
* für Stufe hinaufgestiegen sei (S. 984 mit Anm. 1., 985f.). Nur meint er,
beim Akolythenamt habe sich die Laufbahn gegabelt. Die Auserwählten
unter den Akolythen seien wirkliche Subdiakonen geworden und hätten
die sichere Anwartschaft gehabt, Diakonen zu werden (da die Zahl der
Stellen für den Subdiakonat und den Diakonat identisch war). Dann
aber hätten sie, abgesehen von dem einen Diakon, der als Tüchtigster
Archidiakon wurde und unter Umständen schließlich zum Episkopat
aufrückte, das Ende ihrer Laufbahn erreicht gehabt. Im Gegensatz
dazu seien die anderen Akolythen, also die Mehrzahl der Träger dieser
Weihe, nie wirkliche Subdiakonen und Diakonen geworden, sondern
nur kürzere Zeit hindurch Titularinhaber der Subdiakonats - und
Diakonatsweihe beziehungsweise der betreffenden Ämter gewesen. „Die
Akolythen erhielten zum größeren Teil nur pro forma die Subdiakonats-
und Diakonatsweihe; die Mehrzahl von ihnen wurden in Wahrheit so-
fort Presbyteru und beschlossen als solche ihre Laufbahn. „Der
Charakter des Subdiakonats und des Diakonats war für die Mehrzahl
der römischen Kleriker seit Fabians Zeit ein vorübergehender, bloß
titulärer, den sie nur ganz kurze Zeit getragen haben“ (S. 987). Dazu
ist jedoch zu bemerken: 1. Wenn man auch schon damals regelmäßig
die oberen Rangstufen nur nach Durchlaufen der unteren erreichen
konnte, so ist doch nicht von jedem schon damals die ganze Stufen-
reihe bis zum Presbyterat oder auch nur bis zum Diakonat erstiegen
worden, wie das jetzt seit langem in der katholischen Kirche der Fall
ist, wo es nur auf das Priestertum abgesehen ist und alle anderen
Weihen sich als ämterlose Durchgangsstufen darstellen. Schon daß
Cyprian dem Cornelius nachrühmt, er sei per omnia ecclesiastica officia
promotus, ergibt, daß nur die Tüchtigsten es so weit brachten. Sehr
viele ganz bescheiden Begabte werden namentlich schon im Ostiariat
stecken geblieben seien, andere im Lektorat, den Har na ck S. 986 unter
Berufung auf die Cyprianbriefe als die wahre Vorstufe für die klerische
Laufbahn bezeichnet, und von dem er sagt, hier habe es sich erwiesen,
ob einer brauchbar war oder nicht, wieder andere im Exorcistat und beson-
ders im Akolythat (vgl. die Grabinschriften von niederen, doch sicher
nicht samt und sonders in jungen Jahren verstorbenen Kirchenbeamten).
Es sei daran erinnert, daß noch bis in die jüngste Zeit (vgl. aber jetzt C.
i. c. can. 232 § 1) manch ein Kardinaldiakon es verschmäht hat, die Priester-
weihe zu empfangen und unter die Kardinalpriester aufzurücken. So wird
erst recht in den Anfängen der Kirche nicht nur mangelnde Begabung und
Tüchtigkeit, sondern auch Selbstbescheidung, Freude an dem bisherigen
Amt und Unlust zu den Verrichtungen des höhereren der klerikalen
Laufbahn Einhalt getan haben. M. a. W., zu Anfang gestaltete sich
diese mehr wie bisher bei uns die militärische oder die der Staatsbeamten;
es gab wie eine Majors- oder Oberregierungsrats-, so eine Subdiakonats-
ecke, um die die Meisten nicht herumkamen. 2. Daß schon damals

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