Volltext: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (9 (1919))

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Miszellen.

kirchlichen Regionen in Verbindung gebracht und gelehrt, jede Region
habe einen Diakon, einen Subdiakon und sechs Akolythen gehabt. Dem
sucht Darnach zu begegnen durch den Hinweis, daß die Akolythen,
zumal in Rom, wo nach ihm die Diakonen wegen ihrer geringen Zahl
für die Assistenz beim Gottesdienst nicht in Betracht kamen, den
Presbytern beigegeben gewesen seien als deren ministri, als deren
sequentes (vgl. das Papstbuch unter Viktor I. 179—198: Dic fecit
sequentes cleros und unter Gajus 287—296: Hic constituit, ut ordines
omnes in ecclesia sic ascenderentur: si quis episcopus moreretur, ut
esset ostiarius, lector, exorcista, sequens, subdiaconus, diaconus, presbiter
et exinde episcopus ordinaretur). Allein wenn man Fabian auf Grund
der von Cornelius überlieferten Liste zum bewußten Organisator der
römischen Kirche macht, wie Darnack es tut, der ja 8. 974 sich dafür
ausspricht, daß dieser Papst tatsächlich den Subdiakonat geschaffen
habe, dann liegt es doch sehr nahe, gleich den beiden £iebenzahlen
auch die Zweiundvierzig nicht für zufällig, sondern für gewollt zu
erachten. Dazu kommt die oben 8. 294 wiedergegebene Nachricht über
den Akolythen Abundantius: er gehörte zwar zu einem Titel, scheint
aber zugleich als Regionarakolyth charakterisiert zu sein; denn der
Zusatz regionis quartae soll doch wohl, da er hinter dem Namen und
der Amtsbezeichnung, nicht hinter dem Titel steht, nicht dessen Lage,
sondern den Amtssprengel des Beamten angeben. Und das bei einem
Titel, der nicht vorkonstantinisch, sondern im ersten Sechstel des
fünften Jahrhunderts gestiftet worden ist, und auf einer Inschrift, die
dem Ende des sechsten oder dem Anfänge des siebenten Jahrhunderts
entstammt! Wie viel mehr liegt die Annahme der Verbindung der
Akolythen, die ja namentlich auch Boten- und sonstige Hülfsdienste
taten, mit den kirchlichen Regionen für die ältere Zeit nahe! Und
paßt dazu nicht auch das Schreiben des Papstes Innocenz I. an Decentius
von Gubbio, das voraussetzt, daß dem römischen Bischof, wo er gerade
zelebrierte, stets eine größere Anzahl von Akolythen, eben die der
betreffenden Region, zur Versendung des Ferments bereit standen?
Hätten umgekehrt die Titelpriester das Ferment durch ihnen bei-
gegebene Akolythen abholen lassen, so würde wohl die Fassung des
betreffenden Satzes anders ausgefallen sein. Daß die Akolythen bei
den einzelnen Titeln wohnten, und jedenfalls auch Dienst, Hülfsdienst
taten, bleibt deswegen doch bestehen und wird gerade durch die
Abundantius - Inschrift sichergestellt. Die Zugehörigkeit der Akolythen
zu der presbyteralen Organisation ist also trotz Darnacks Berufung
auf ihren Namen (S. 975), der sie als an Personen, nicht an Aufgaben
gebunden erweise, zum mindesten höchst fraglich, ebenso, daß ihre
Zahl nicht geschlossen war, mithin auch die angebliche Korrespondenz
der Ämter der Presbyter und Akolythen. Doch lassen wir das dahin-
gestellt, da, wie sich gleich zeigen wird, die Entscheidung der Haupt-
frage keineswegs davon abhängt. Darnack selbst operiert 8. 984ff.
vornehmlich mit dem Aufrücken im Dienst, in der Weihe, mit dem
Avancement. Er geht dabei mit Recht, im Anschluß an die Quellen,

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