Full text: Volume (9 (1919))

Miszellen.

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(nur) ein Bischof in der katholischen (römischen) Kirche sein dürfte, in der
es, wie er wohl wußte, — denn wie sollte er es nicht wissen? — Pres-
byter 46, Diakonen 7, Subdiakonen 7, Akolythen 42, Exorcisten aber
und Lektoren zusammen mit Türhütern 52, Witwen zusammen mit
Hülfsbedürftigen über 1500 gibt, welche alle die Gnade und Menschen-
liebe des Herrn ernährt. Allein nicht einmal eine so große und in der
Kirche so nötige Menge — eine durch die Vorsehung Gottes reiche
und wachsende Zahl — nebst dem sehr großen und unzählbaren Volk
hat ihn von diesem seinem verzweifelten und verbotenen Tun abge-
bracht und zur Kirche zurückgerufen.“ Harn a ck, dessen Obersetzung
der Stelle im Vorstehenden wiedergegeben ist, vermutet (8. 983) wohl
mit Hecht, diese Zahlen, von denen vorausgesetzt wird, daß sie auch
Novatian bekannt seien, stammten aus einer dem Genannten als ehe-
maligem Presbyter der Gemeinde mit zugänglich gewesenen Liste, der
offiziellen ddt Unterstützungsempfänger (im Ganzen: mit dem Bischof
155 Kleriker und mehr als 1500 Hülfsbedürftige). Und nun entwickelt
er, nachdem er zuvor im Text mehr oder weniger im Anschluß an
Kirsch die Verhältnisse der Titelpriester, die presbyteriale Organisation,
geschildert hat, in dem Exkurs aus der oben mitgeteilten Liste die
von ihm angenommene diakonale und überhaupt die ganze ältere
stadtrömische kirchliche Ämterverfassung, die Angabe des Cornelius auf
diese Weise zum ersten Male zur Grundlage für die Rekonstruktion der
altrömischen Kirchen Verfassung machend. Zwei unzweifelhaft richtige
Beobachtungen Harnacks seien vorweggenommen. Einmal stellt er
nämlich fest, daß nach dem Briefe des Cornelius der Klerus in wirt-
schaftlicher Hinsicht bereits auf die bischöfliche Kirchenkasse ange-
wiesen war, d. h. außerhalb der bürgerlichen Berufe stand und mit den
Hülfsbedürftigen zusammen in den Listen geführt wurde; vgl. dazu
Stutz „Geschichte des kirchlichen Benefizialwesens“ I S. 14ff. Und im
Zusammenhang damit erklärt er die Zusammenfassung der Exorcisten,
Lektoren und Ostiarier in eine einzige Gruppe sehr fein damit, daß sie
für die finanzielle d. h. auf den Stipendienbezug hin angelegte Liste
völlig oder annähernd gleichwertig waren, weil sie sich in ihren Be-
zügen gleich oder nahezu gleich standen. Im Übrigen glaubt Harnack
8. 984 unter den klerikalen Rangstufen verschiedene Gruppen machen
zu müssen. 1. Für Bischof, Diakonen und Subdiakonen gebe es einen
numerus clausus: ein Bischof, sieben Diakonen und sieben
Subdiakonen. 2. Die Presbyter und Akolythen würden zwar besonders
gezählt, aber offenbar bestehe hier keine geschlossene Zahl. 3. Auch
-die Zahl der Exorcisten, Lektoren und der „angehängten“ (?) Ostiarier,
die, obgleich sie Stufen bedeuteten, zusammen gezählt würden, sei nicht
fest. Das stimmt unbedingt für 1 und 3. Bei 2 ist es jedoch fraglich,
ob wir in den 42 Akolythen nicht auch eine geschlossene Zahl zu
erblicken haben. Angesichts der 7 Regionen liegt das nahe, und so
hat denn auch ein so hervorragender Kenner des christlichen Altertums
wie Duchesne (zuletzt „Histoire ancienne“ 1* p.528) nicht bloß die
Diakonen und'‘die Subdiakonen, sondern auch die Akolythen mit den
20*

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