Full text: Volume (9 (1919))

Miszellen.

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über die christlichen Kultusgebäude im Altertum (1893) und in der
vorkonstantinischen Zeit (1897) im Allgemeinen gearbeitet. Vielmehr
haben ihn seither auch die römischen Verhältnisse im Besonderen be-
schäftigt, u. a. in seiner Studie „Die römischen Titelkirchen zur Zeit
Konstantins des Großen“, Römische Quartalschrift XIX 1913 8. 3151f.
und in seinem Beitrag „Römische Martyrlegenden und altchristliche
Kirchen Roms“ zu der 1913 erschienenen Festschrift für Georg von
Bertling 8. 49ff. Ausgehend von den Forschungen von Giovanni
Battista de Rossi hat er selbstverständlich die Ergebnisse der seit-
herigen Forschungen nach allen Seiten hin voll ausgenutzt, so die
Ausgrabungen von A. Mufioz und die Forschungen über die römi-
schen Kirchen von Mariano Armellini, so die martyrologischen
Arbeiten von Hippolyte Del ehaye, P. Franchi de Cavalieri,
Dom H. Quentin und Louis Duchesne, so namentlich auch dessen
grundlegenden Aufsatz „Notes sur la topographie de Rome au moyen-
äge. II. Les titres presbyteraux et les diaconies“, Me langes, d’archeo-
logie et d’histoire VII 1887 p. 217 ss., auf dem im Wesentlichen der ein-
schlägige Abschnitt in P. Hartmann Grisars Geschichte der Stadt
Rom im Mittelalter I 1901 8. 146ff. fußt (vgl. auch J. Zettinger
„Die ältesten Nachrichten über Baptisterien der Stadt Rom“, Römische
Quartalschrift XVI 1902 8. 326ff.). Auch hat er in engstem Verein
gearbeitet mit Anton de Waal (vgl. dessen Schrift „Constantius des
Großen Kirchenbauten in Rom“, 1913) und vor allem mit Joseph
Wilpert, dessen monumentales Werk über „Die römischen Malereien
und Mosaiken der kirchlichen Bauten“ (1916) selbstverständlich manches
Einschlägige liefert, und dem er darum auch dies sein neuestes Buch
zum 60. Geburtstag dargebracht hat. Dazu ist er durch einen mehr-
jährigen Aufenthalt in Rom mit den örtlichen Verhältnissen genau ver-
traut, und zeichnet er sich durch anerkennenswerte Behutsamkeit und
Kritik aus. Kein Wunder, daß seine neueste Arbeit als eine in jeder
Hinsicht reife Frucht und als eine, soweit möglich, abschließende
Untersuchung sich darstellt, mit der eingehender sich zu beschäftigen
jeder Kirchenrechtshistoriker allen Anlaß hat. Man braucht bloß die
Ergebnisse Kirschs mit dem Wenigen zu vergleichen, was seinerzeit
Ferdinand Gregorovius in seiner „Geschichte der Stadt Rom im
Mittelalter“ (die 5., 1903 erschienene Auflage von Band I 8.80 ff, 261 ff.,
270ff, 274 ff. benutzt bereits die oben erwähnte Abhandlung von
Duchesne) auf Grund der älteren Forschung über die römischen
Titelkirchen zu sagen wußte, um den seither und insbesondere durch
Kirsch erzielten Fortschritt zu erkennen.
Aus der Einleitung hebe ich die Erklärung der Bezeichnung
Titulus hervor. Kirsch Ludet sie nicht in der Bedeutung von Ab-
zeichen-Kreuzeszeichen und schließt sich auch anderen, älteren Lösungs-
versuchen nicht an. Vielmehr geht er davon aus, daß, wie sich noch
zeigen wird, die meisten und gerade die ältesten römischen Titel ur-
sprünglich Privathäuser waren, daß an solchen der Name des Erbauers
oder Besitzers über dem Eingang durch eine Inschrift, die als titulus
Zeitschrift für Bechtsgosohichte. XL. Kan. Abt. IX. 19

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