Full text: Volume (9 (1919))

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Karl Gottfried Hugelmann,

lach auf kanonische Belegstellen, auch Glossenstellen, und
zw. speziell auf die Glosse Imperatorem zu c. 24 Bist. 93
(natürlich ohne den Zusatz) und auf die Glosse discrevit zu
c. 8 (quoniam) Bist. 10.x) Hiebei bezeichnet sie diese Glossen-
stellen als glossa ordinaria, was mit unserer Annahme über-
einstimmt.
Noch deutlicher ergibt sich die Autorschaft des Johannes
Teutonicus aus folgendem. Der Glossator der Clementinen
bemerkt zu c. un. II 9 (Romani principes) zum Worte futurus
ausdrücklich: Illud est contra Ioan. qui notat 93. Bist. c.
legimus quod sola principum electio facit verum Imperato-
rem. Er selbst aber fährt, den von ihm gebilligten Wider-
spruch begründend, fort: vides enim, quod etiam approbatus
ab Ecclesia imperator non est, donec coronationem, et con-
secrationem receperit ab Eccelesia. facit quod dicam in §
porro (super verb. reges in gl.).
Wir halten, bevor wir letztere Stelle erörtern, inne. Bei
unbefangener Betrachtung kann die Autorschaft des Zusatzes
(contrarium est verum) unmöglich Johannes Teutonicus zu-
gewiesen werden, der vielmehr als Autor der mit diesem Zu-
satz bekämpften Stelle erscheint. Nunmehr ist es aber an
der Zeit, das Verhältnis der hier erörterten Stellen zu jener
des Huguccio zu klären, welche Bloch zur halben Preisgabe
seiner früheren Ansicht bestimmt hat.
Die Stelle, in welcher Hugguccio seine Ansicht über das
Verhältnis der beiden Gewalten zusammenfassend darlegt,
(zu c. 6 Bist. 96) hat schon Maassen in den SB. der Wiener
Ak., phil.-hist. Kl. 24. Bd. (1857), 8. 68 Anm. 1 (in den Bei-
trägen zur juristischen Literaturgeschichte des Mittelalters)
mitgeteilt.* 2) Sie lautet: Hinc aperte colligitur quod utraque
sehe Autoritäten) auch den Satz vertritt, daß ein error expressus in
sententia letztere nichtig macht.
*) Vgl. über diese Glosse unten 8. 46 Anm. 2. Hier sei nur hervor-
gehoben, daß auch in dieser Glosse Johannes Teutonicus unter Zitierung
des Satzes „exercitus facit Imperatorem“ die Unabhängigkeit der kaiser-
lichen von der päpstlichen Gewalt lehrt.
2) Nach Maassen hat auch Freisen, Geschichte des kanonischen
Eherechts, 8. 877, die Stelle abgedruckt. Maassen gibt sie nach der
Münchner — und nach der Bamberger — Handschrift, Cod. lat. Monac»
10247 (M) und Cod. Bamb. P II 25 (B). In der Vatikanischen Hand-

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