Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (9 (1919))

Reichs- u. kirchenrechtl. Stellung d. Salzburger Eigenbistümer. 197
Für die drei Bistümer wurde dasselbe Rechtsverhältnis
bestimmt: die Wahl und die Investitur der Bischöfe soll
ohne jeden Widerspruch den Salzburger Erzbischöfen zu-
stehen, aus deren Gütern jedes Bistums dotiert ist.1)
Im Juni 1213 beauftragte Innocenz III. auf die Anfrage
des Erzbischofs hin den Abt von Melk und den Propst von
Heiligkreuz in Augsburg mit der Untersuchung des Chiem-
seer Bistumsplans Eberhards.2) Der Erzbischof ließ sich
inzwischen auf dem Konstanzer Hof tag im März 1213 von
Friedrich II. den Besitz von Frauenchiemsee bestätigen
und gleichsam als Lohn dafür, daß er Friedrich anerkannte,
sich von ihm die Erlaubnis zur Bistumsgründung in Frauen-
chiemsee geben.3) Friedrich II. bestimmte, daß der Bischof
von Chiemsee in bezug auf die Regalien und die Investitur
von den Salzburger Erzbischöfen und nicht vom Reich
abhängig sein solle.4) Eberhard brauchte die Zustimmung

auch, freilich mit größter Vorsicht, wie Steinherz, Die Einhebung des
Lyoner Zehnten im Erzbistum Salzburg 1282—1285, M. J. Ö. G. 14,
S. lff. betont, aus den Zehntabgaben ziehen, die die Bischöfe beim
Einsammeln des Lyoner Zehnt an die Kurie ablieferten. Doch konnte
der libellus decimationis de anno 1285, hrsg. von W. Hauthaler, als
Beilage zum Programm des fürsterzbischöflichen Privat-Untergymna-
siums Borromeum in Salzburg 1887, von mir nicht eingesehen werden.
Die Einkünfte der Bischöfe mußten durch neue Schenkungen, Böhmer-
Redlich, Regesta Imperii VI: Die Regesten des Kaiserreichs von
1273 bis 1313 (1898), nr. 659, Zahn III, S. 94, nr. 38, Lang, 1. c., S.
616, nr. 862 und durch Beibehaltung anderer Einnahmequellen, Zahn II,
S. 567, nr. 455 aufgebessert werden. Zum Vergleich mag darauf hinge-
wiesen werden, daß bei der geplanten Errichtung des Bistums Wien
dem neuen Bischof Einkünfte im Wert von 1000 Mark Silber zugewiesen
werden sollten.
x) Salzb.I7B.III, S. 200, nr. 692; S. 227, nr. 714; Mon. Carinth. IVlt
S. 148, nr. 1886.
2) Patrol. Lat. 216, S. 868, nr. 66; Salzb. I7B. III, 8. 169, nr. 664;
Potthast 4768.
3) Mon. Boic. 301, S. 12, nr. 604; Salzb. UB. III, 8. 162, nr. 657.
4) L. c.: . . . qui (episcopus) tantum ad Salzburgenses archiepi-
scopos et non ad imperium in regalibus et investitura debeat habere
respectum. Der König begründete seine Verfügung in Betreff der In-
vestitur des neuen Bischofs durch den Erzbischof damit, daß das Inve-
stiturrecht den Erzbischöfen zugestanden habe, als Chiemsee noch eine
Abtei war, Salzb. UB. III, S. 190, nr. 683: . . . indulgentes ut . . .

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