Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (9 (1919))

Die Versetzbarkeit der Geistlichen usw.

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Correspondentz bey einander leben wollen, sie samt und
sonders vermahnet, und also mit aller Consens und guten
Willen solche Personalia zu Grunde beygelegt und aufge-
hoben werden, also daß einer dem anderen freywillig dex-
tras fraternae conjunctionis et societatis reiche und gebe . . .
Zum vierdten sol und kan ihnen ernstlich untersaget werden,
auch ein jeder bewilligen und Zusagen, wo etwas für fallen
würde in doctrinalibus et personalibus, daß einer vermeynete,
an dem andern Mangel und Fehl zu haben, daß zu Ver-
hütung gefährlicher Weitläufftigkeit, ehe denn es weiter ge-
bracht werde, erstlich einer sich mit dem andern freund-
lich unterreden wolle und solle. Zum andern das Ministe-
rium . . . darzu ziehen. Zum dritten, da es von nöthen,
auch die Kirchväter und verordente Aeltesten von der Ge-
meine adhibiren. Und letzlich ... an den Rath oder die
Obrigkeit jedes Orthes Gelegenheit nach gebracht werden
möge.“ „Da auch jemandes des Ministern etwas dawider
attentiren, fürnehmen oder handeln würde, daß der oder
dieselben die gebührliche Straffe, auch nach Befindung der
Sachen die Enturlaubung ohne Weiterung zu gewarten haben
solle. Endlich wird über solcher . . . Vereinigung von der
Christlichen Obrigkeit billig mit Ernst und Fleiß gehalten,
dem Ministerio gebührlicher Schutz geleistet und dero Per-
sonen sämt und sonderlich geliebet, ge ehret und befördert:
Und ist das Ministerium hinwiederum ihrer ordentlichen
Christlichen Obrigkeit gebührliche Reverentz und Obedientz
zu erzeigen, schuldig und verpflichtet. Welches anderseits
mit Handgebender Treue zu leisten zugesaget werden kan.“1)
Ähnlich entschied auch ein Consilium der Theologen-
fakultät zu Rostock2) vom 22. Juli 1582 in einer Spal-
tung zweier Hofprediger, das deren Gebieter erbeten hatte.
„Und ist uns zwar hertzlich leid, daß der böse Feind die
beyde hochbegabte Männer in diesen unnöthigen ärgerlichen
Zanck und Widerwillen geführet und dermassen gegenein-
ander verbittert hat, daß sie in Sehrifften und öffentlichen
Predigten sich mit beschwerlichen Auflagen angetastet und
dadurch ihr hohes Amt nicht wenig verkleinert, den heiligen

*) Dedeken 1. c. 8. 963. *) eod. nr. 3 S. 963k.
Zeitschrift für Rechtsgeschichte. XL. Kan. Abt. IX. 10

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