Full text: Volume (6 (1916))

Zur Geschichte der Personalpfarreien.

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befaßt, den anscheinend hauptsächlich in Italien verkom-
menden parochiae gentilitiae: Mattia Moresco, Le par-
rocchie gentilizie genovesi.1) Damit dürfte die Literatur
über unser Thema ziemlich erschöpft sein.
Bevor wir es versuchen, die Nachrichten über deutsche
Personalpfarreien zusammenzustellen, seien den italienischen
parochiae gentilitiae einige Worte gewidmet. Moresco
kommt zu folgenden, wie mir scheint, in allen wesentlichen
Punkten hinreichend begründeten Schlußsätzen2):
„1. Le parrocchie gentilizie genovesi hanno un’ origine
chiaramente determinata nel tempo e motivata da un scopo
di pio fasto, come istituzione di beneficio, e, in genere, da
un abuso e per un utile pratico come istituzione di par-
rocchialitä;
2. Queste parrocchie furono anzitutto territoriali e per-.
dettero in seguito tale caratteristica, ad eccezione di S. Mat-
teo, perche non si curarono di farla canonicamente rico-
noscere;
zu den Personalpfarreien im mittelalterlichen Deutschland bestimmte,
nicht; er schreibt in seiner Prompta bibliotheca VI s. v. parochia n. 17:
„Pluribus in locis adsunt parochiae, quae non distinguntur per domos
materiales et per determinatos districtus locorum, sed per populos [hier
denkt er wohl an Orte, deren Bewohner verschiedenen Nationen und
Sprachen angehören und mit Rücksicht darauf verschiedenen Pfarreien
zugeteilt sind] seu familias et istae vocantur Parochiae gentilitiae earun-
dem familiarum, ita ut, si eaedem familiae commorentur in districtu
alterius parochiae, subsint nihilominus iurisdietioni suae parochiae gen-
tilitiae; et has parochias non extendi ad alias familias diversas ab illis,
pro quibus erectae fuerunt", [possunt].
x) Rivista italiana per le scienze giuridiche XXXI, Torino 1901,
p. 163—191. Die von Moresco p. 163 erwähnte Abhandlung „sulF ori-
gine delle parrocchie gentilizie in genere", die Corazzini im 6. Band der
Rivista di diritto ecclesiastico veröffentlichte, blieb mir unzugänglich.
Corazzini hat sich durch den Namensgleichklang dazu verleiten lassen,
die parochiae gentilitiae mit den alten römischen gentes in Verbindung
zu bringen und ihren Ursprung auf die bereits im vierten nachchristlichen
Jahrhundert „nelle grandi proprietä dei signori" errichteten Kapellen
zurückzuführen. Dagegen ist mit Moresco auf die große Seltenheit jener
Pfarreien hinzuweisen, ferner darauf, daß sie nur in Städten Vorkommen,
und daß ihr Alter und ihre Entstehung, zum mindesten für Genua, sieh
ziemlich genau bestimmen läßt.
2) Moresco 1. c. p. 189s.

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