Full text: Volume (6 (1916))

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Justus Hashagen,

nimpt gelt und verhengts, das wider got ist.1) — Und sol
ain bischoff sein pfafheit umb kain gelt straffen; wann darinn
leit vil arckwan. Sie straffent . . . allain umb pöz geittigkait
und umb sach, die die bisehoff mer hand getan dann si. Und
bannent sy, da sy vor got in grosserm banne sind nach ge-
schriben rechten. Aber sy achtend sein nicht; sy furchtend
kain hell; sy bedurffent nit not han, wie sy darin koment;
sy stat in alwegen offen; sy tond sy hie auf bey irem leben.2)
Auch von hier aus fällt ein Licht auf die Gegenmaßregeln
von weltlicher Seite gegen den Mißbrauch geistlicher Strafen:
f indem die Landesherren hiergegen Front machten, vertraten
sie gegenüber der Kirche die fortschreitende Tendenz’.3)
Der Anteil dieser und anderer Mißbräuche der geist-
lichen Gerichtsbarkeit an der auch spätmittelalterlichen
Vorgeschichte des Großen Bauernkriegs4) hätte schon längst
eine zusammenfassende Untersuchung verdient. Diese würde
dann auch die von W. Stolze u. a. verfochtene Zurück-
führung des Bauernkriegs auf wesentlich politische Motive
weiter wirksam einschränken. Ähnliches gilt für die Vor-
geschichte des Adelskrieges.5 * * 8) Von hier aus erklärt sich teil-
weise auch der beinahe einmütige Widerstand der Land-
stände gegen die geistliche Gerichtsbarkeit, der im Zu-
sammenhänge ebenfalls noch darzustellen wäre. —
II 1 S. 28f. (1801.). Ähnlich III 1 8. 371. (187).
2) II 4 8. 34 (184). Nach der ähnlichen Stelle in III 1 8. 38 (187)
könnte man die Priester für das Subjekt des letzten Satzes halten. Aber
dem Zusammenhang von II 4 entspricht es besser, wenn man dabei an
die Bischöle denkt. Mit dem 'geschriebenen Rechte’ ist das kanonische
gemeint, wie Koehne im Neuen Archiv 31 (1906) 8. 221 mit Recht her-
vorhebt. Vgl. Werner, Die [antilutherische] Flugschrift Onus Ecclesiae
(1519) . . . 1901, 8. 9.
3) Wintruff 8. 7; Kaser 8. 359; Weißbach 8. 47; Dix 8. 27. 411.
4) Stenzei 8. 405ff. 434. 443. 446; F. Kiener, Zeitschrift für Ge-
schichte des Oberrheins 58 (1904) 8. 499 und Anm. 1; E. Gothein, West-
deutsche Zeitschrift 4 (1885) 8. 9; W. Vogt, Schriften des Vereins für
Relormationsgeschichte 20 (1887) 8. 79 Anm. 1 und 8. 115; Gilow 8. 48.
Vgl. Lea I S. 301; Müller, Kirchengeschichte II 1 (1902) 8. 195. 199.
G. v. Be low, Die Ursachen der Reformation, Freiburger Prorektorats-
rede (1916) 8. 42. Stör mann 8. 217 Anm. 3.
8) R. Fellner, Die fränkische Ritterschaft von 1495—1524 8. 1731k.
(Eberings Historische Studien 50, 1905). Vgl. Hennig 8. 191 Anm. 4.

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