Full text: Volume (6 (1916))

Die römischen Eide der deutschen Könige.

187

ten; insbesondere bestätigt und erneuert der König die Pri-
vilegien Konstantins (!), Karls, Heinrichs II., Ottos IV.,
Friedrichs II. und Rudolfs, namentlich auch hinsichtlich
der von den Genannten gewährleisteten Besitzungen und
Gebiete der römischen Kirche. Er verspricht, die kirch-
liche Immunität, die Güter und Rechte der Kirche in ihrem
Bestände zu erhalten, die Prälaten und Beamten der Kirche
zu schützen, die Vasallen der römischen Kirche nicht mit
Krieg zu überziehen, auch die Getreuen der Kirche im
Reiche gut zu behandeln und gegen Unbill in Schutz zu
nehmen. Endlich verspricht er, nach seiner Kaiserkrönung
die gemachten Zusagen zu erneuern und eidlich zu be-
kräftigen:
Bei der Kaiserkrönung 1311 leistete dann Heinrich die
vorgeschriebenen Eide, nämlich den Schutzeid in der Form
des Oeneius I mit dem auf die Besitzungen, Ämter und
Rechte der römischen Kirche bezüglichen Zusatze, welcher
erstmals in dem Versprechen Ottos IV. von 1198 auf taucht,
und den von den Prokuratoren in Avignon am 26. Juli 1309
geleisteten Sicherheitseid.
In der Instruktion Clemens’ V. für die Krönungskardi-
näle wird es dem König freigestellt, die Eide auf den Stufen,
d. h. wohl auf der Freitreppe vor St. Peter, oder, wie es im
Ordo vorgesehen ist, vor dem Altare der Kapelle S. Mariae
in Turri zu schwören.
In einem uns nicht erhaltenen Schreiben, in welchem
Clemens V. Waffenstillstand zwischen Heinrich VII. und
König Robert von Neapel gebot1), wird der Kaiser daran
erinnert, daß er dem Papste ebenso wie dem König von
Neapel durch ein , Juramentum fidelitatis“ verbunden sei.2)

*) Der Papst hatte das formelle Recht hierzu, da Heinrich ge-
schworen hatte, die Vasallen der Kirche nicht mit Krieg zu überziehen.
2) Clemens V. in der Bulle Romani principes: litteras nostras . . .
duximus destinandas inter alia inserentes in eis, quod, cum ipsi reges
eiusdem ecclesiae specialissimi filii sibi sacramento fidelitatis et alias
multipliciter essent astricti. Heinrichs Protestschreiben vom 6. August
1312 MG. Const. IV 843: in litteris domini papae continetur, qualiter
ipse dicit, quod nos sumus ei astricti ad iuramentum fidelitatis. Hugel-
mann, Königswahl 112ff.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer