Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (6 (1916))

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Eduard Eichmann,

officium quam temporaliter imperatoriam potentiam augea-
mus. Auch dieser Ausdruck besagt nicht mehr, als daß
der Kaiser die Aufgabe und den Beruf habe, der „specia-
lissimus defensor" der Kirche zu sein, das weltliche Schwert
ad nutum des Papstes zu führen. Insofern hat eben das
Imperium eine kirchliche Seite oder Aufgabe. Aber des-
wegen ist es noch kein Kirchenamt im Sinne des kirchlichen
Ämterrechts, mögen auch einzelne Sätze desselben, z. B. be-
züglich Wahl, Ordination, Konfirmation in das Kaiserrecht
übernommen worden sein; es ist und bleibt als solches ein
weltliches Amt.
6. Die Formel von 1303 steht für sich; sie ist in der
Folgezeit nicht mehr verwendet worden.
Die Gesandtschaft Heinrichs VII. an Clemens V. war
bevollmächtigt1), dem Papste und der römischen Kirche
„fidelitatis et cuiuslibet alterius generis iuramentum" im
Namen des Kaisers zu schwören. Am 26. Juli 1309 er-
füllten die Prokuratoren ihren Auftrag in Avignon; sie
leisteten den Sicherheitseid in der Ottonischen Form, mit
dem Zusatze: wenn der König nach Rom komme, werde
er die heilige römische Kirche, ihren Lenker und dessen
Nachfolger nach Möglichkeit erhöhen und diesen sowie „den
andern Eid“, d. i. den Schutzeid, persönlich bei der Kaiser-
krönung erneuern.
Am 11. Oktober 1310 unterfertigte Heinrich VII. eine
ihm von Clemens V. vorgelegte Formel, das sog. Versprechen
von Lausanne. Der Inhalt dieser eidlichen Zusage ist, die
katholische Kirche zu verteidigen mit allen Kräften, Ketzerei
und Schisma auszurotten, kein Bündnis mit einem heid-
nischen oder schismatischen oder nicht zur kirchlichen Ge-
meinschaft gehörigen König einzugehen, überhaupt keinerlei
Gemeinschaft mit Feinden der Kirche zu unterhalten, Per-
son, Stand und Amt des Papstes zu schützen und zu er-
halten (manutenebimus), alle der römischen Kirche und dem
apostolischen Stuhl verliehenen Privilegien aufrechtzuerhal-

*) Prokuratorium vom 2. Juni 1309, MG. Conat. IV 255. Otto,
Die Eide und Privilegien Heinrichs VII. und Karls IV. a. a. O.,
3168.

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