Full text: Volume (6 (1916))

94 Heinrich Singer,
lfii]1); die Handschrift war also im Besitze des
Kardinals Pinelli.2)
Die Sammlung beginnt im Titel De summa trinitate
et fide catholica nach älterem Muster3) mit der Bulle
Unam sanctam und war in ihrem Bestände nicht sehr
reichhaltig; auf fol. 68 ist die Sammlung mit der Rubrik
De accusationibus schon bei der Reihe der herkömmlichen
Titel des fünften Buches angelangt, auf fol. 79vo schon
beim Titel de verborum significationibus. Die Zahl der
aus der Zeit vor Bonifaz VIII. stammenden Dekretalen
ist verhältnismäßig nicht klein, wenn auch jene der Kon-
stitutionen aus dem XIV. und XV. Jahrhunderte über-
wiegt; die Bezeichnung „Extravagantes modernae“ konnte
man jedoch unserem Sammelbande wohl nur deshalb bei-
legen, weil in den Anhängen der Sammlung und in den
zahlreichen, von letzteren nicht abzugrenzenden, späteren
Abschriften des Manuskriptes das noch dem dreizehnten
Jahrhunderte angehörende Material ganz zurücktritt.4)
Die Sammlung gehört offenbar zu einer etwas älteren
Gruppe als jene in n. 49, für deren Inhalt sie (unmittelbar
oder durch Vermittlung von Zwischenhänden) eine Haupt-
quelle gebildet haben dürfte. Dieses Quellenverhältnis
tritt speziell auch im Titel de electione hervor, an dessen
Spitze auch hier schon der interpolierte Text des c. Quia
frequenter eingereiht ist (als n. 19 der Sammlung auf
fol. 8T0). Glossen finden sich nicht selten; eine Gruppe
derselben (in humanistischer Schrift, während andere kursiv

x) Der von mir ergänzte Strich, bzw. Buchstabe ist vom Buch-
binder weggeschnitten.
2) Dieser war vom Jahre 1577—1585 Bischof von Fermo.
3) Vgl. oben 8. 87, N. 1.
4) Fol. 350 ff. ausnahmsweise wieder mehrere Bullen Alexanders IV.,
darunter zwei, die gegen Wilhelm von St. Amour gerichtet sind. Man
hatte begonnen, die ganze Reihe der im Sammelbande enthaltenen
päpstlichen Konstitutionen fortlaufend zu numerieren, jedoch auf
fol. 283TO bei Nr. 335 mit dieser Numerierung wieder aufgehört —
offenbar deshalb, weil die späteren Blätter des Kodex zu viel disparater
Stücke enthalten, welche für die Zählung der päpstlichen Konstitutionen,
auch bei der weitesten Auslegung dieses Begriffes, nicht in Betracht
kommen konnten.

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