Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (3 (1913))

13.31. Windelband, Wolfgang, Staat und katholische Kirche in der Markgrafschaft Baden zur Zeit Karl Friedrichs

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Literatur.

sorgfältigen Klärung Her Vorgänge, welche nach langem und mühevollem
Ringen schließlich zum Erlaß des Dekretes vom 26. März 1852 geführt
haben. „Die große Revolution beseitigte das bestehende landesherrliche
Kirchenregiment und die bisher im Elsaß geltenden Kirchenverfussungen.
Die Ideen des Kollegialismus, die sich Bahn brachen, fanden ihren
reinsten Ausdruck in der bekannten Deklaration vom 15. Oktober 1801
und ihre rechtliche Anerkennung in der neuen Kirchen Verfassung vom
18. Germinal des Jahres X. Ihre Lücken führten nach langjährigen
Reformbestrebungen zu einer teilweisen Reorganisation, dem sogenannten
Decret-loi portant R eorganisation des cultes protestants vom 26. März
1852. Heute ist Elsaß-Lothringen das einzige Gebiet des Deutschen
Reiches, in dem das landesherrliche Kirchenregiment keine Anwendung
findet“ (S. 127). Die Arbeit gründet sich auf eingehende Archiv- und
Quellenstudien. Sie verwertet ein reichhaltiges neues und zusammen-
hängendes, im Anhang abgedrucktes Quellenmaterial über die Vor-
arbeiten und die endgültige Fassung des organischen Dekrets von 1852.
Sie ist aber nicht nur von rein historischem Werte, sondern zugleich
auch von recht aktuellem Interesse, da neue Verhandlungen über die
endgültige Lösung der Frage der Verfassung der elsaß-lothringischen
Kirche A. K. bevorstehen.
Posen. Friedrich Giese.

Wolfgang Windelband, Staat und katholische Kirche
in der Markgrafschaft Baden zur Zeit Karl Friedrichs.
Tübingen, Mohr 1912. VI, 171 S.
Unter dem etwas -weitgehenden Titel gibt der verteilhakt bekannte
junge Historiker eine auf den Akten des Karlsruher Generallandes-
archivs ruhende Darstellung der Religionsstreitigkeiten, die bisher im
allgemeinen aus den Arbeiten von Drais, Nebenius, Kleinschmidt,
v. Weech u. a. als „Syndikatsprozeß“ bekannt waren. Der interessante
Streitgegenstand ist die Kirchenhoheit (iura circa sacra) des protestan-
tischen Markgrafen über seine katholischen Untertanen, die er durch
den Anfall der katholischen Markgrafschaft Baden-Baden erhalten
hatte.
Daß bei der Vereinigung des katholischen Baden-Baden mit dem
protestantischen Baden-Durlach von einer Durchführung des Grund-
satzes „cuius regio eins religio“ keine Rede sein könne, war von vorn-
herein allseitig klar, aber auch darüber bestanden beiderseits keine
Illusionen, daß die Vereinigung nicht ohne Reibungen und Schwierig-
keiten vor sich gehen werde. Um diesen nach Kräften zu steuern,
schloß Karl Friedrich mit dem kinderlosen baden-badischen Markgrafen
August Georg im Jahre 1765 einen Erbvertrag, entsprechend den
Reversalien anderwärts: Karl Friedrich garantierte den baden-badischen

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