Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (3 (1913))

Literatur.

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die vorliegende Edition von W. E. Schwarz. Dieser neueste Heraus-
geber der Visitationsakten war durch seine langjährigen Forschungen
zur allgemeinen Kirchengeschichte Deutschlands während des 16. Jahr-
hundersx) und die demselben Zeitraum angehörigen Untersuchungen
über die Diözesangeschichte Münsters2) aufs beste für seine Aufgabe
vorbereitet.
Daß 8. sich mit größter Hingebung seiner Arbeit gewidmet hat,
beweist vor allem die umfangreiche und sorgfältige Einleitung, die er
der Aktenedition voraufgeschickt hat. Die Einleitung umfaßt nicht
weniger als 162 Seiten, während die Akten selbst mit Einschluß der
Vorakten auf 232 Seiten mitgeteilt sind. Ich führe die Kapitelüber-
schriften der Einleitung wörtlich an, um den reichen Inhalt auf die
beste Weise zu veranschaulichen. Die vier ersten Kapitel behandeln
die gesetzlichen Bestimmungen über das Visitationsrecht und die Visi-
tationspflicht im Mittelalter und während des 16. Jahrhunderts, ferner
die Notwendigkeit einer allgemeinen Kirchenvisitation zur Zeit des
Bischofs Johann von Hoya im Interesse der katholischen Kirchenreform
und endlich die Ursachen, die diese Visitation herbeiführten. I. Der
Mangel an kirchlicher Reformtätigkeit im Bistum Münster von Friedrich
von Wied bis auf Johann von Hoya (1522—1566). II. Visitationsrecht
und Visitationspflicht in Deutschland während des Mittelalters. III. Die
Gesetzgebung des 16. Jahrhunderts über die DiözesanVisitation durch
die Kölner Provinzialkonzilien und das allgemeine Konzil von Trient.
IV. Bemühungen des apostolischen Stuhles zur Ausführung der Visi-
tationsdekrete in Deutschland. Visitationen in den Erzstiftern Köln
und Trier, sowie in dem Bistum Straßburg. Die beiden folgenden
Kapitel erörtern die Vorbereitung der Visitation und die Quellen und
Editionsgrundsätze der Visitationsakten. V. Die Vorbereitung der Visi-
tation im Bistum Münster. Ernennung der bischöflichen Kommissare.
Ausfertigung des Visitationsraandates und der Fragepunkte. VI. Die
Quellen der Visitationsakten. — Editionsgrundsätze. Die vier letzten
Kapitel endlich schildern den äußeren Verlauf und die Ergebnisse der
Visitation. VII. Der äußere Verlauf der Visitation. VIII. Die allge-
meinen Ergebnisse der Visitation. IX. Das Ordenswesen. X. Das
Schulwesen.
Für die kirchliche Rechtsgeschichte sind die drei letzten Kapitel
die wichtigsten. Es verdient lobend hervorgehoben zu werden, daß
sich der Verfasser hier nicht darauf beschränkt hat, den Inhalt der
Visitationsakten in übersichtlicher und leicht lesbarer Form wieder-
zugeben, sondern daß er noch zahlreiche andere Quellen herangezogen

x) Briefe und Akten zur Geschichte Maximilians II., 2 Teile 1889 und
1891. Die Nuntiatur-Korrespondenz Kaspar Groppers nebst verwandten
Aktenstücken (1573 — 1576), 1898. — 2) Der päpstliche Nuntius Kaspar
Gropper und die katholische Reform im Bistum Münster, in: [Westfälische]
Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 68 (1910) I, lff. Die Anfänge
des münsterschen Fürstbischofs Johann von Hoya (1566 bis 1568), ebd. 69
(1911) I, 14 ff.
Zeitschrift für Rechtsgeschichte. XXXIV. Kan. Abt. III.

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