Full text: Volume (3 (1913))

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Walther v. Hörmann,

annehmen, Magnus, Erzbischof von Sens, also der Metropolit
Theodulfs und der Diözese von Orleans, geschrieben habe.1)
Diese letztere Annahme erweist sich aber als nicht halt-
bar. Denn die im libellus de mysterio baptismatis iussu
Caroli Magni editus des genannten Erzbischofs (ao. 818) ge-
brauchten einleitenden "Worte haben mit den in Ms. 116 (94)
Aurel, fol. 20 v. verzeichnet'en2) keine Ähnlichkeit. Wenn in
derllistoire literaire de la France der Benediktinerkongregation
von St. Maurus3) noch der Zweifel beregt wird, ob nicht
Sirmond eine andere Schrift de mysterio baptismatis vor-
liegen hatte, als die von Martene publizierte, so ist dies
durch die Auffindung und Veröffentlichung anderer Abschriften
hinfällig geworden. Nach Delisle und Cuissard beginnt
die Belehrung über die Taufe in Ms. 116 (94) Aurel, fol. 20v.
mit den Worten: O serenissime atque piissime Aguste
precepit nobis dignitas vestra aut per vestra scrip-
tura aut per nos ipsos cognoscatis qualiter nos et suffra-
ganei nostri doceamus et instruamus sacerdotes Dei, et
plebem nobis commissam de baptismo sacramento . . . Cur
caticuminis efficitur. — Quid sit scrutinium, fol. 21. Quid
sit caticuminis. — Quid sit exorcismus, fol. 21 v. De com-
pedibus. Dieser Wortlaut, der zweifellos dem bekannten
Frageschreiben Karl des Großen an die Erzbischöfe seines
Reiches4) angepaßt ist, kehrt ganz ähnlich im Antwort-
l) Martöne, De antiquis ecclesiae ritibus, ed. nov. Yenet. 1761
I, 61 (ed. 2: I, 169). Nach ihm ist der aus Cod. bibl. Sequerian. (Henr.
de Coislin ep. Metens.) entnommene Text identisch mit dem in seiner
ersten Ausgabe aus einem Cod. S. Albin. Andegav. abgedruckten libellus,
der aber keinen Autornamen noch das Begleitschreiben des Erzbischofs
Magnus an Karl d. Gr. enthält. Vgl. MPL. 102, 981, Jaffe, Bibi. rer.
Germ. IV, 414 und nunmehr Mon. Germ. hist. Epist. IV Carolini aevi
II (ed. Dümmler 1895) p. 534 nach C. Parisinus 13655 saec. X. —
2) Delisle a. O. XXXI, 366, Cuissard a. 0. 8. 46. — s) Am o. 8. 417
Aum. 2 cit. O. IV, 427. — *) Ep. ad Odilbertum arch. Mediolan. (f 814),
MPL. 98, 933, Mon. Germ. LL. II Cap. 1,246 (datiert 809/12), gleichlautend
ep. ad Amalarium arch. Trevirens. (+815), MPL. 99, 892, Mon. Germ. IV,
Epist. Carol. aev. III, 242, vgl. Jaffö, Bibi. rer. Germ. IV, 401, 402 und
Pertz in Mon. Germ. LL. 1,171 (Encyclica ad archiepiscopos de doctrina).
Näheres zur Sache in F. Wiegand , Erzb. Odilbert v. M. über die Taufe,
Leipzig 1899, Abel-Simson, Jahrbücher des fränk. Reiches unter Karl
d. Gr., Leipzig 1883 B. II, 494f., auch Rzehulka a. 0. 8.47f. Das Rund-
schreiben ist spätestens 812 erlassen (nach Eckhart Comment. de rebus-

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