Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Kanonistische Abteilung (3 (1913))

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Godehard Jos. Ebers,

mit solchem Erfolge gegen die Angriffe der Bischöfe zu ver-
teidigen, daß ihnen erst in der Mitte des 17. Jahrhunderts, in Os-
nabrück durch Franz "Wilhelm (1625-1661) * *), in Münster durch
Christoph Bernard (1650—1678)2), in Faderborn durch Theodor
Adolf (1650—1661) und Ferdinand II. (1661—1683)3) unter Be-
rufung auf das Tridentinum einzelne Befugnisse dauernd ent-
zogen wurden, im übrigen aber ein bedeutender Teil ihrer
alten Macht ("Visitation, Sendgerichtsbarkeit über Klerus und
Laien, gewisse Venvaltungsgeschäfte auf dem Gebiete des
Benefizialwesens und des Kirchenvermögens) bis zur Säkulari-
sation geblieben ist.
Die folgenden Blätter wollen einen Beitrag zur Ge-
schichte der Archidiakonalstreitigkeiten in Münster4) bieten,
näherhin den Höhepunkt dieser Wirren, den erfolgreichen
Kampf mit dem Generalvikar Johannes Hartmann in den
Jahren 1614/15 darstellen5); denn das ihn abschließende Ab-
Curschmann, Die Diözese Brandenburg, Leipzig 1906, 8. 276 und zu-
sammenfassend Ulrich Stutz, Kirchenrecht, 2. Aufl. (Encyklopädie der
Rechtswissenschaft von v. Holtzendorff-Kohler, 7. Aufl. V, Berlin
1913), § 40, 3, 8. 351.
*) Vermittelst der Archidiakonalordnung von 1656/57, im Auszuge
bei Hilling a. a. 0. 8. 88, 2. — 2) Die Constitutio Bemardina von
1655 ist abgedruckt bei Hermann Kock, Series episcoporum Mona-
steriensium, Monasterii 1801/05, IV, S. 140 ff. — ®) Vgl. (Johannes
Linneborn) Geschichtliche Einleitung zum Real-Schematismus der
Diözese Paderborn, Paderborn 1913, S. 20. — 4) Die Archidiakonal-
streitigkeiten in Osnabrück, Paderborn und Münster harren noch der
Bearbeitung. Das reiche Material für Osnabrück hat Hilling a. a. O.
8.87,2 zusammengestellt. Für Münster waren bisher nur die Verträge
und bischöflichen Erlasse bekannt, welche die einzelnen Etappen des
Kampfes abschließen. Für die Ausübung der Archidiakonal-Jurisdiktion
seit Mitte des 16. Jahrhunderts bietet gute Nachweise das Directorium
Archidiaconalis Iurisdictionis in et per civitatem Monasteriensem et
dioecesim ... ab Ewerwino Droste .... antiquitus conscriptum et anno
1616 renovatum (Bibi, des Altertumsvereins in Münster im Landesarchiv
Mscr. 123. Neue Ausgabe von 1. A. Fellings 1723 Staatsarchiv Münster
Mscr. I. B. 235). Das hierin enthaltene Material ist mit den Verträgen
und Erlassen in dem anonymen Aufsatz „Die vormaligen Archidiako-
nate des Bistums Münster (Westfälischen Anteils)“ im Pastoralblatt
des Bistums Münster 25. Jahrg. 1887, 8. 87 ff., 99ff., 113ff. verarbeitet
(cit.: Pastoralblatt). — ®) Als Quellenmaterial kommt in Betracht:
a) Querela Vicarii Generalis in puncto Exercitii Iurisdictionis Archi-
diaconalis. Gravamina Archidiaconorum (Archiv des Domkapitels zu

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