Full text: Volume (Jg. 12 (1847))

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Dritten aus freier Hand zugeschlagcn werden soll, muß
der Vormund der Regel nach beitreten.
Von den Provokatcn wurde nun zwar behauptet, daß
diese Vorschrift nur für unmittelbare Miterben gelte und
daß ihr Miteigenthum durch den Thcilungsvertrag vom
2. Januar 1832 ein kontraktliches Fundament gewonnen
habe, aus welchem sie nach §. 89. und 90. A. L. N.
Thl. I. Tit. 17. auf Subhastation der Immobilien, antra-
gen dürften, diese Ansicht sei jedoch nicht richtig; denn
wenn auch der Vertrag eine andere Bestimmung der Erb-
quotcn fcstsctztc, als diese sich nach dem Gesetze von selbst
verstanden habe, so sei dieses doch nur'eine quantitative
Bestimmung, wodurch dieselbe noch nicht den Charakter
einer eigentlichen Novation erhalte. Die frühere Grund-
lage des Miteigenthums, die fortgesetzte eheliche Güterge-
ncinschaft rosp. das Erbvcrhältniß sei dadurch nicht auf-
qchobcn worden, und müsse danach die Bestimmung des
§• 578. Thl. 2. Tit 18. A. L. R. Platz greifen, Weil
zugleich kein Grund vorlicge, dieselbe auf unmittelbare
Erbcit zu beschränken.
Gegen diese Ausführung ist von implorantischer Seite
der Vorwurf erhoben, daß sie die Vorschrift des §. 578.
auf einen nicht passenden Fall angewandt habe und gleich-
zeitig gegen den aus §. 89. und 306. des A. L. R.
Thl. I» Tit. 17. und §. 2. Nr. 3. des Ges. vom 4.
März 1834 sich ergebenden Nechtsgrundsatz, daß jeder Mit-
rigenthümer Thcilung durch öffentlichen Verkauf sordem
dürfe, verstoße.
Die Beschwerdcschrift sagt:
Die Bestimmungen im §. 578. c. und folgenden ent-
hielten lediglich Vorschriften für den Vormund und den
Vormundschaftsrichter, nicht aber solle in denselben der
Vormundschaft gegenüber ein ZwangSrccht auf deren

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