Full text: Volume (Jg. 12 (1847))

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Schulden zugleich aus dem Lehne zu bezahlen, dürfen die
Lehen nicht- ohne das Erbgut übernehmen, und es ist
ihnen, im Gegensätze zu den Agnaten, in den Gesetzen
nirgend ein Revocationsrecht gestattet!
Auch daö sächsische Land- und Lehnrecht enthalt
über das Anrecht der Söhne an das Lehn im wesent-
lichen keine abweichenden Grundsätze. Der Sohn wurde
wie jeder Erbe behandelt, und mußte deshalb auch die
väterlichen Anordnungen über das Lehn anerkennen, ohne
das Recht der Trennung des Lehns vom Allode bei
der Erbfolge zu besitzen. Die Stelle des sächsischen Land-
rechtes, 2. Buch Art. 21. §. 4., erweckt dagegen einen
begründeten Zweifel nicht! Sie lautet:
Hevet ok «n man enen sone, die sie lenerve ks unde
nicht sin crwe na lantrechte, he behalt doch sines Va-
ters gebu uppe sine lene mit mehreme rechte, den
die, die sin erwe is na lantrechte.
Es könnte hiernach zwar auf den ersten Blick schei-
nen, als habe der Sohn das Recht, dem Vater nur im
Lehn und nicht im Allode zu succediren, wie dies unter
anderem Götze kn seinem Provknzialrechte der Altmark
anzunehmen scheint, S. 199, die Meinung ist jedoch
nicht näher ausgeführt, und ermangelt auch eines ge,
setzlkchen Grundes.
In jener Stelle liegt eine solche Disposition gar
nicht; sic bildet auch nicht den Sitz der Lehre! Der
Verfasser des Sachsenspiegels spricht von den Meliora-
tionen bei Zinsgütern und Lehen. Er hat vorher ge-
sagt, daß eine Frau, die ein Lehn zum Leibgedinge er-
halten, die Gebäude auf diesem Lehn nicht auf ihre

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