Full text: Volume (Jg. 12 (1847))

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entspringt nur aus dem Gesetze. Es ließe sich mit-
hin theoretisch wohl die Ansicht rechtfertigen, die Nach-
folge des Agnaten in das Lehn als eine Singularsuc-
ccssion zu betrachten; wogegen die Nachfolge des Sohnes
in dasselbe als eine Universalsnccession angesehen werden
mußte. Das Mißverstandniß war jedoch kaum zu ver-
meiveo, sobald man den Grund für jene eigenthümliche
Bestimmung nicht im Gesetze, sondern in dem ^jnvesti-
turvertrage fand. Die Verwirrung der Begriffe
mußte um so entschiedener hervortreten, als allge-
meine Gebrauch, die- Lehnsfolge eine successio ex
pacto et providentia majorum zu nennen, zu be-
sonderen Rechtsfolgerungen führte, die, auf einem künst.
lichen Boden ruhend, mit den positiven Rechtsbcstimmun-
gcn und den wirklich bestehenden Verhältnissen nothwendig
in unauflöslichen Widerspruch geriethen. Dabei fehlte
es nicht an reichlichem Stoffe in der Vermischung frem,
der und einheimischer Institute und Rechte, in der Auf-
lösung und Umgestaltung aller Verhältnisse und dem
Zcugungsprozesse für die Bildung eines neuen Rechts-
zustandes. Der Begriff der successio ex pacto et
providentia majorum paßt streng genommen so
wenig auf die Nachfolge der Söhne, als auf die der
Agnaten in das Lehn! Die Succession beider ist nach
longobardischem Lehnrechte in der Regel allein die
gesetzliche, die sich »Nr im weitesten Sinne auf den
Jnvcstiturvertrag gründet Nur die Wirkungen dieses
Succcssionsrechtcs sind wesentlich verschieden; aber nicht
vermöge der Investitur, sondern vermöge des Ge,
setzes! Der eigentliche Grund für diesen wichtigen

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