Full text: Volume (Jg. 12 (1847))

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durch den Kurfürstlichen Ausspruch ein für allemal ent-
schieden !
Auch in der Mark Brandenburg gaben die Strek,
tigkciten der gelehrten Juristen Veranlassung, den allge-
meinen Rechkszustand zu berathen, und die Landesge.
bräuche und Gesetze zu sammeln. Den Auftrag hierzu
erhielt der Kurbrandenburgische Kanzler Diestelmeier in
der '2. Halste des 16. Jahrhunderts. Der Entwurf
zum Theil von ihm selbst, zum Theil nach seinem Tode
von andern tüchtigen Rechtsgelehrten verfaßt, wurde im
Jahre l 594 von den Kurfürstlichen Rüthen und dem
großen Ausschüsse der Landschaft und der Städte be-
rathschlagt, erhielt jedoch nicht die kurfürstliche Bestätigung,
und wurde auch als gemeines Landrecht nicht publicirt.
Die Arbeit ist nichts desto weniger als eine nicht unwich-
tige Quelle für das märkische Recht zu betrachten In
den Motiven für den revidirten Entwurf des Provkn-
zkalrechtes der Mark Brandenburg wird auch auf diese
Quelle zurückgegangen, und daraus ein erhebliches Ar-
gument für die neue Ansicht über das Anrecht der
Söhne an das Lehn entnommen Es kann zunächst da-
hin gestellt bleiben: ob grade für die hier streitige Frage
aus dem Lehnrechte der Dkestelmeiersche Entwurf kn
seinen speziellen Bestimmungen entscheidend sein möge;
da das Projekt hauptsächlich auf eine Sammlung und
Redaktion der allgemeinen Landesgesetze und Landesge-
bräuche ging, und die provinzialrechtlichen Normen'
dabei nur kn so weit berücksichtigt werden konnten, als
sie für den besonderen Zweck geeignet erschienen; der

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