Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 12 (1847))

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men werden muß, wenn es auch in der That,sich ganz
anders damit verhält, — dieses System sollte noch we-
niger als das französische, Anspruch auf Fortdauer machen;
cs beruht auf einer Jmmoralität; es sichert überdies
nicht gegen Rechtsverletzungen, sondern es nimmt nur
den Schaden dem ab, den er getroffen hat, und hängt
ihn einem andern an, den er nicht getroffen hat« Doch
davon abgesehen, abgesehen ferner von den komplkcirten
Betrügereien, wozu jenes künstliche Hypothekensystem die
Hand bietet, — welcher Wust von Dokumenten, Ein-
gaben, Verfügungen und Schreibwerk aller Art, und
welche Masse von Zeit- und Geldverlust gehört oft
dazu, um eine Sache zu Stande zu bringen, um die
Skrupel des Decernente» bald über die Form des Akts,
bald über den Inhalt, und die gebrauchten Ausdrücke,
oder über den Nachweis der Legitimation u. s. w. zu
überwinde» ? — (Skrupel, die bei einem Schöffengericht
gar nicht Vorkommen können, weil alles durch seine Hände
gegangen ist, worauf es ankommt, und ihm genau eben-
so bekannt ist, wie den Betheiligten) Aber wenn nun
die Skrupel. erledigt sind, Schuldner und Gläubiger,
Käufer und Verkäufer soviel dazu angewandt haben,
als etwa namentlich bei kleinern Objekten die zwei-
jährigen Interessen oder Revenüen der Sache betra-
gen, und man nun Dokumente mit dicken Hypothek
kenscheinen in Händen hat, dann ist man wohl recht
sicher? Es ist der Ort nicht hier, das vollständig zu
beantworten; aber meine Kollegen in den alten Provin-
zen, vom jüngsten Assessor bis zum ältesten Präsidenten
wissen cs, wie oft die Partheien sich vertrösten müssen

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