Full text: Volume (Jg. 12 (1847))

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Schöffengericht einen sogenannten Gerichtsschreiber, der
aber meistens bei mchrcrn Schöffengerichten desselben
Amtsbezirks angcstcllt ist.
Unter der preußische« Regierung ist es ekngeführt,
daß dieser Gerichtsschreiber ein Rechtsverständiger, also
Referendar oder Notariats-Kandidat sein muß Wesent-
lich ist dies Erforderniß ursprünglich nicht, weil der
Gerichtsschreiber an sich gar keine Autorität beim Schöf-
fengerichte hat, sondern blos dessen Hülfsbeamtcr ist;
daher seine Stellung und seine Amtsfunktion wohl einige
Achnlichkeit mit denen eines Patrimonial-Richters in den
östlichen Provinzen unserer Monarchie hat, in der That
aber wesentlich davon verschieden ist; denn dort ist der
Justitiar der eigentliche Anttbabrnde, der die Gerichts-
barkeit ausübt, und die sogenannten Gcrichtspcrsonen,
welche an Gerichtstagen zugczogcn werden, sind nichts
anderes als Urkunds-Personen oder Zeugen.
Ich wist cs dahin gestellt sein lassen, ob nicht auch
dort das Vcrhältniß in frühester Zeit ein anderes ge-
wesen ist, wenigstens was die ursprünglich deutschen
Landesthcklc betrifft, die nicht im Besitze wendischer und
slavischcr, später von den Deutschen unterjochter Stämme
gewesen sind, und wo ein solches Guts - und Unter-
thänigkeitsverhältniß nicht bestanden hat, woraus, wie
z. B. in einem großen Thcile von Sachsen, Schlesien,
den Marken u. s. w die noch gegenwärtige Rechtsver-
faffung dort hervorgegangen ist, oder welches wenigstens
auf deren Bildung wesentlichen Einfluß gehabt hat--
Genug hier im Lande sind wirklich der Schultheiß mit den

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