Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 12 (1847))

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stock nicht passen will, sehr quer in den Weg kommen;
weil ihm das, aus uralter Rechts-Sitte und Gewohnheit
herstammende Recht nicht verständlich ist. Man ist daher
schon gern zufrieden, wenn er seine Studien, falls er
nun doch durch Amt und Beruf zu solchen genötbigt
ist, nicht damit präludkrt, daß er das hier geltende Recht
überhaupt rin buntscheckiges Chaos schmähet, waö man
je eher je lieber ganz über Bord werfen sollte, sei es
um ein anderes, vielleicht das allgemeine preußische
,,Landrecht mit Ergänzungen" und die allgemeine Hypo-
theken-, Deposital- und Gerichts-Ordnung mit Bürcau-,
Sportel- und sonstigen Reglements an die Stelle zu
setzen, oder in die von anderen Seiten erschallenden De-
klamationen von der Fürtrefflichkeit französischer Gesetz-
bücher rinzustimmen.
Wenn er aber seinen Beruf liebt, daun findet er
bald, nicht allein, daß das Ganze des hier geltenden
lebendigen Rechts nicht so chaotisch ist, wie er es auf
den ersten Blick vermuthete, weil das Ländchen aus so
vielen früher getrennten Territorien besteht, sondern auch,
daß unter den besonderen Eigenthümlichkcitcn einzelner
Bezirke manches schöne, manches in seiner Entstehung,
seiner Beschaffenheit und seinen Folgen werrhvolle ist,
was sich nirgends anderswo in ähnlicher Weise vorfindet,
und was daher nicht verdient, der Uniformität wegen,
abgeschafft zu werden. Dahin gehört unter andern das
Institut der Schöffengerichte, wie cs namentlich in den
vormals zu Churköln, und zu Chnrtrier gehörig gewe,
senen Landestheilcn noch besteht. Daß dies Institut auch
in den übrigen Theilen, — in der Grafschaft Sayn«

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