Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 12 (1847))

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Grundgercchti'gkeit, wenn man. die Berechtigung auf Licht
und Aussicht in diese Kathegorie stellen wollte, denn der
Neubaucnde hat die Linke nicht aus Versehen, sondern
vorsätzlich überschritten, er hat . den Bau, des. Wider-
spruchs des Nachbars ungeachtet- fortgesetzt.
.... Wollte man daher die analogische Anwendbarkeit
der. >§. 340 — 342. Tit. 9. Thl. I. d. A. L. R, ge. '
statten,..obwohl vielmehr der §. 43. und ff. Tl't.22.
..I. <r. näher maßgebend, sein würden, so ergäbe sich dpch
..immer kein Widerspruch mit den Vorschriften des Tit. 8.
§.,.139.. ff. Denn in solchem Fall muß auch, nach
§.- 342. Tit. 9. der Bauende das Gebäude auf seine
Kosten bis innerhalb seiner Grenze einziehen. Hiernach
ist-die Vernichtung des Urtels nach. §. 17. dcrVcrord-
,nuilg.vom14. .Dezbr.-1833, unter Niederschlagung von
dessen. Kosten, sowie-Compensation der Kosten des Nich-
tigkektsverfahrens begründet.
Was demnächst die Appellationsbeschwerden dis
Klägers betrifft, so kann.der Meinung des ersten Rich-
ters nicht beigepflichtet , werden, daß im vorliegenden
Falle der §. 139. Tit, 8. Thl I. ch.A L.-R. maß-
gebend. sei. ,
Das Recht des Klägers, welches der §. 140. be-
gründet/ daß sich Verklagter mit seinem Neubau 1%
Werkschuh von der Grenze entfernt, halte, kann dadurch
nicht vereitelt werden, daß der Kläger ein Gebäude unfern
seiner Grenze schon errichtet hat.
Der Raum, welcher die Entfernung von 1 '/2 -Werk-
schuh von der Grenze überschreitet, ist rin unbebauter
Platz des Klägers, mag er einen Zoll oder, viele Fuß be-

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