Full text: Volume (Jg. 12 (1847))

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und die übrigen Grundstücke der Wittwe Welle
unentgrldlkch benutzt.
Ter Kurator hat die Richtigkeit dieser Aussage
nicht bestritten, sowie denn auch nach der Vorschrift der
Gerichtsordnung Titel 10. tz. 280 der Gemeinschuldncr
gegen die Masse als Zeuge vorgeschlagen werden kann.
Und es muß hiernach dasjenige, was von dem Gemekn-
schuldner bezeugt ist, als feststehend angenommen
werden.
Der Richter erster Instanz hat nun angenommen,
daß unter den vorwaltenden Umstanden die von der
Mutter hergegebenen 1000 Thlr. für geschenkt erachtet
werden müssen. Hierfür spreche schon die che» der
Uebergabe des Geldes geschehene Aeußerung:
es sek noch Vermögen genug da;
außerdem werde auch durch das nahe Verwandtschafts,
Derhältniß die Vermuthung einer beabsichtigten Schen-
kung begründet; endlich aber habe die Wittwe Welle
selbst ein unmittelbares Interesse dabei gehabt, daß die
Handlung aufrecht erhalten worden, weil sie von ihrem
Sohn und ihrer Schwiegertochter, als den Inhabern der
Handlung, verpflegt worden, so daß umsomehr die Ver-
muthung dafür spreche, daß die Erstattung des Geldes
nicht beabsichtigt worden.
Allein so viel
1. die Aeußerung betrifft: '„daß noch Geld genug
vorhanden sei", so laßt sich aus derselben durch-
aus' kein ' sicherer Schluß auf die Absicht der
Mutter machen, und es laßt sich ein Mchreres

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