Full text: Volume (Jg. 12 (1847))

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gegen den Schuldner sein müsse. Daß eine solche Vor-
lage im Laufe der kurzen Verjährung erstattet sei, kann
man nach den Verhältnissen, gerade weil die Vorlage
veranlaßt war, eben nicht vcrmutheu, während der
' Gesetzgeber mit Recht annimmt, daß der Arbeiter rc.
nicht länger geborgt haben würde. Die gesetzliche Der-
muthung, daß der ursprüngliche Gläubiger im, Lauf der
gesetzlichen Frist befriedigt sei, wird hier ja eben durch
den Beweis der wirklich, wenngleich vom Dritten,
geschehenen Zahlung unterstützt, so daß kein Objekt der
Verjährung mehr vorhanden. Will man sich einmal
auf Worte berufen, nun, so sagt das Gesetz vom 3k.
März 1838 §. 1. §. 2. No. 1 — 4. bloß, daß die
Forderungen „der Fabriknntcriichmer, der Arbeiter, der
Gast- und Spcisewirthe rc." verjähren, Forderungen
derselben sind aber eben die an sie schon berichtigten
Forderungen nicht mehr, sondern Forderungen des
Vorlegers! Doch geben wir freilich auf dieses Wort-
Argument nicht viel. Freilich sagt man auch, cs
sei eine erstaunlich schlechte Führung der Geschäfte
des Schuldners, wenn man seine, der baldigen ErlH->
schung durch Verjährung nahe Verbindlichkeit tilge und
nun einen, erst einer neuen Verjährung bedürfenden,
Anspruch begründe. Allein wäre jene Zahlung durch
den Dritten nicht erfolgt, so würde der nrsprüng-
, liche Gläubiger auch bei Ablauf der Verjährung geklagt
haben. Bei der ordentlichen Verjährung würde jenes
Argument aber allerdings wohl passen. — Ucbrigenü
kann freilich die Obertribunals-Entscheidung, obgleich
der mit der Veranlassung und dem Geiste des Gesetzes

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