Full text: Volume (Jg. 12 (1847))

297

wohl iu'S Haus bestattet und dann fast-immeo alS'
künftiger Gutsnachfolger angesehen,.wird, während die
nachgebornen Söhne unter den Fahnen, stehen und von -
Hause aus, sowie die Eltern, zu Hause- gerade durch '
die Bestrebungen des ältesten Sohnes unterstützt" werden.
Das Gesetz, .hat also dis, Bauern .gezwungen,'Testamente
zu machen, um.diese ihnen aufgedrungene. Vermuthung,
den Sohn-Soldat.zum Anerben zu.wünschen, .zu wider-,
legen! Unterstellt man aber einmal,, daß-die Bauern.
Testamente machen, -so war das. ganze,., so.komplrzirte-::
Gesetz, überflüssig, und-.eine - gesetzliche Herabsetzung. des.
Pflichttheils völlig hinreichend, um. die Ackerwirthschafteu.
zu erhalten. Hat nun aber ein Bauer kein Testament
gemacht, so kommt der Sohn-Soldat heran und.ver-
drängt kraft des Gesetzes den ältesten, gar den beibestat-"
teten Sohn mit Frau und Kindern. Tabes erheben sich;,
denn-gleich Streitigkeiten, wann der Sohn-Soldat den
Kriegsdienstpflichten genügt habe, ob.schon: durch-den
Eintritt unter die Fahnen, welcher Zeitpunkt., bei -Aus-,
wähl des Anerben entscheide, ob die. Landwehr auch
als Kriegsdienst im Sinne des Gesetzes zu betrachten.. ..
Alles das sind widerliche Streitigkeiten- daalle.Bethek-..
ligten dabei überzeugt sind, sich hier nicht kn einem
Gebiete des natürlichen Rechtsgefühls oder des Herkom-
mens zu bewegen, sondern lediglich in.Kommentation
eines, man weiß nicht recht, wie, in's Eesetz gckommenen
Paragraphen. — Vollends unerfreulich wird nun aber .
die Sache, wenn Kollateralverwandte den Anerben .unter '
sich festzustellen haben, und nun Militärdienste auS alten
Zeiten ihre Berücksichtigung verlangen. Einen solchen

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer