Full text: Volume (Jg. 12 (1847))

Eigenthum an dem Prkvatflusse unterliegt aber den aus
der Natur der Sache behufS Nebeneinanderbestehens der
Rechte der verschiedenen Eigenthümer folgenden Beschrän-
kungen. ' Das Allg. Landrecht verordnet in dieser Bezie-
hung Thl. I. Tit. 8.:
§. 99. Auch in Privatflüssen darf zum Nachtheil der
Nachbarn und Uferbewohner durch Hemmung
des Ablaufs derselben Nichts unternommen oder
verändert werden;
§. 100. vielmehr ist der Regel nach ein Jeder die über
sein Eigenthum gehenden Gräben und Kanäle,
wodurch das Wasser seinen ordentlichen und
gewöhnlichen Ablauf.hat, zu unterhalten ver-
Kunden.
Zunächst bezwecken diese Bestimmungen, daß den
ailgdänzenden' Grundstücken anderer Nachbarn nicht durch
Auf, und Rückstanung des Wassers und dadurch bewirkte
Ucberschwemmung derselben geschadet werde. Sodann
verhindert ste eine willkürliche einseitige Verlegung des
Flußbettes. Wie weit und durch welche Vorrichtungen
dagegen der angränzcnde Besitzer das Wasser des Pri-
vatflusses, wo es an seinem Grundstücke vorüberflicßt,
auffangen, für sich, resp. für sein Grundstück, benutzen
und verwenden dürfe, darüber geben jene §§. keine nähere
Auskunft. Es bleibt daher dem'Ermessen des Richters
'überlassen,' nach Beschaffenheit dcS konkreten' Falles zu
beurtheile», ob eine gewisse - Vorrichtung im Sinne des
Gesetzes für (ine- durch 'dasselbe untersagte ^Hemmung
des ordentlichen Änd - gewöhnliche» Wasserablaufs zu

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