Full text: Volume (Jg. 12 (1847))

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Der Grund ist der, daß, wenn das Gebäude nicht
offenbar auf fremdem Boden angelegt wird, der Gränz-
Nachbar den »»merklichen Eingriff in das- Sekinge leicht
arglos übersehen kann, um so leichter, als gerade durch
Bebauung ohne Abmarkung ein Unkenntlichwcrden der
Gränze bewirkt werden mag. ;— Erst, von jener An»
zeige an kann also die Wissenschaft des Gränzn-chbarn
datirt werden. Ist sie unterlassen, so rnuß der Bauende
das Gebäude auf seine Kosten bis innerhalb seiner
Gränzen einziehcn und noch, außerdem den .Nachbar ent-
schädigen. .
Ein Gleiches ist der Fall, wenn der Nachbar- wider-
sprochen hat, und der Bau, des-Widerspruches: unge-
achtet, über die wahre Gränzlinie fortgcbaut ist. -
Der Widerspruch muß hier gleich'nach erhaltener
Anzeige und sonst in derselben Weise, wie' in dem Falle
zu a), eingelegt werden, Stillschweigen aber der aus-
drücklichen Genehmigung gleich gelte». "
Ist. aber die angegebene Linie , genehmigt oder für
genehmigt zu achten, so hat, wenn
an) das Gebäude durch Zufall, geringes oder mäßiges
Versehen über jene Linie vorgerückt ist, der Bauende
dem Nachbarn nur den Grund und Boden nach
einer billigen Tare zu vergüten, dagegen, wenn
dir) die Linie aus Vorsatz oder grobem Versehen über-
schritten ist, dennoch das Werk bis innerhalb sei-
ner Gränzcn einzuziehcn und Schadensersatz zu
leisten.
A. L. R. Thl. I. Tit. 9. §§. 341, 342.

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