Full text: Volume (Jg. 9 (1844))

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Die Gefahr und die Nachthrile ein-'6 Misverstand-
nisses auf Seite des Richters und eines, nicht selten
durch die Umstande des einzelnen Falles gebotenen, ei-
lenden Verfahrens sind bei Testamenten noch größer, als
bei Vertragen. Dennoch durften wider den Willen des
Testators die- zngezogenen glaubhaften Männer nicht von
dem Inhalte des Testaments Kenntniß nehmen. Es' liegt
kein Grund vor, hiervon bei Vertragen äbzuweichen.
Ueberhaupt spricht es 'fiV die Richtigkeit der Auslegung
einer einzelnen Vorschrift, wenn sie in Vergleichung mit
anderen verwandten Vorschriften auf eine Uebereinstkm-
mung in einem höher» gemeinschaftlichen Grundsätze
führt sc f. §. 40 der Eml. zürn A. i. R,).

8. Mi.
S.ik Erlassung der (Zirkulär- Verordnung vom .<0.
Dezember 1798 ist nun beinah ein halbes Jahrhundert
verflossen. Es dürfte aber deshalb nicht unangemessen
sein, >nm Schlüsse noch zu untersuchen, ob noch jitft
die Vorschrift des §. 5 des Anh znm Ä^ L. R - tf\u'
gemäß und zweckgemäß ist
Es kommen' hierbei die Partheien, die Gerichte, die
Absicht, die Ausführbarkeit und die etwaigen Nachtheile
in der Vorschrift in Betracht.
1. Wie schon bemerkt worden, gehören in unserer
Provinz die Analphabeten zu den immer ftltener wer-
dendem Ausnahmen. Auch scheint kein Grund vorhan-
den zu fern, anznMmen, daß es sich in anderen Thei-
Iru des Staats anders verhalte. Selbst in den ehe-
mals relNischen Provinzen, wo sich nach Äaulfuf;

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