Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 9 (1844))

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einmal die Anwendung zweier Gerichtspersonen bei allen
Vernehmungen die Justizverwaltung ungemein kostbar
machte, und daß ferner, da die Protokollführer, als
Subalternen, in der Regel abhängig von den Richtern
waren, ihre Zuziehung sich mehr als eine werthlose Form,
denn als eine ausreichende Kontrole geoffenbart hat.
Es ist natürlich, daß hauptsächlich der letzte Grund,
welcher konsequent ein Verbot der Protokollführer hätte
zur Folge haben müssen, und deshalb auch wohl blos
zur Unterstützung des erstern gebraucht wurde, den Rich,
tern, welche den Protokollführer ungern vermißten, ent,
gegengehalten wurde, und nur hierauf paßt die Erwäh,
nung eines Auskultators oder (als Protokollführer ver,
eidigten) Kanzleivcrwandten, welcher, am Schlüsse her,
beigerufen, in fidem praelectionis das Protokoll
unterschrieb, so wie der vielen Testinktionen, worunter,
wie G r ä v e 11 bemerkt, diejenigen verstanden sind,
welche die Allg. Gerichts-Ordnung in Betreff der Pro-
tokollführer angeordnet hatte, nicht aber auf die Zuzie,
hung eines glaubhaften Mannes bei den Verhandlungen
mit Analphabeten, welche durch Zuziehung eines Pro,
tokollführers umgangen werden dürfte.

§. 11.
Der §. 3 der Cirkular« Verordnung und §. 5 des
Anh. zum A. L. R. schreiben wörtlich vor, daß Per-
sonen, die nicht schreiben und Geschriebenes lesen kön-
nen, Jemanden mit zur Stelle bringen müssen,
der in ihrem Namen die Unterschrift verrichte.

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