Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 9 (1844))

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die Hauptverhandlung unterschrieben war, ifo seyte ich
die Erfahrenheit der Ausstellerin im Lesen und Schrei,
den voraus und ließ demzufolge auch die nachträgliche
Verhandlung von ihr unterschreiben. Tie Beschaffenheit
dieser Unterschrift aber machte mir das Vorhandensein
der gedachten Fähigkeit sehr zweifelhaft. Die Zweifel
glaubte ich bei näherer Erkundigung bestätigt zu finden.
Ich hielt cs deswegen für meine Schuldigkeit, nicht nur
bei der von mir aufzunehmenden Verhandlung die Vor-
schrift des Anh.-§. 5 zu befolgen, sondern auch und
eben deshalb die Beobachtung derselben in Betreff der
Hauptverhandlung nachzuholen. Unglücklicherweise aber
batte die Hauptverhandlung Jemanden zum Verfasser,
der zu mir im Verhältniß einer Respekts-Person stand.
Dieser nahm mir meine ganz arglos vorgenommene
Salvirung seines Protokolls sehr übel und bemerkte des-
wegen schriftlich zu den Akten, daß er keinem Mitglirde
die Befngttiß zu einer Kritik einer von ihm aufgenom-
menen Verhandlung zugestehen könne und er zudem wohl
wisse, daß die gedachte Vorschrift bei Gegenständen von
nicht mehr als 50 Thlrn. keine Anwendung finde (siehe
dagegen Löwenbcrg S. 253).
2. Als eine Person, die eine früher von mir auf,
genommene und schon eingetragene Schuld- und Pfand-
verschreibung zierlich und geläufig unterschrieben hatte,
mehrere Jahre später eine andere auszustellen hatte,
wollte es durchaus nicht mehr mit der Unterschrift ge-
den. Auf mein Verwundern und Fragen erklärte sie
mir, daß sic bei ihrer Beschäftigung als Hammerschmied
das Schreiben verlernt habe. Ich ließ sic deswegen, so

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