Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 9 (1844))

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Arrestschlag, Provokation u. f.' f. zu sichern, so kann
eS auch wohl seiner Willkühr überlassen werden, auf
Jnventarslegung zu bestehen; er wird und kann sie, wie
oben gezeigt ist, in manchen Fällen für überflüssig hal-
ten. Eine Dringlichkeit und Gefahr, weshalb das Gesetz
oder dessen Beamten hier, wie wohl in manchen ande-
ren Fällen, ohne Weiteres von selbst einschreiten sollten,
läßt sich nicht Nachweisen.
Die dem neuen Gesetze entgegengehaltene Befurch»
tnng, daß böse Schuldner durch Antrag auf erbschaft-
lichen Liquidations-Prozeß nur die Erekntkon aufzuhal-
ten suchen würden, dürfte ebenwenkg zutreffen.
Pfand- und Hypothekargläubiger sind durch die
Verordnung vom 28. Dez. 1840, Gesetzs. S. 4 ge-
sichert. Den Personalgläubiger schützt schon die Sache
selbst; das Mittel, um die Erekution aufzuhalten, wird
am öftersten den Schuldner weit empfindlicher treffen,
als die Erekution. Denn abgesehen von den Kosten
und Lasten, wird der Erbe, der nur mit einem Kre-
ditor zu thun hatte, jetzt auf einmal alle Gläubiger in
Besorgniß und Aufruhr versetzen.
Daß, wie sonst der Erbe, jetzt der Gläubiger ver-
säumen werde, zeitig die Jnventarslegung zu beantragen,
ist nicht zu besorgen. Tenn das neue Gesetz wird eben
deshalb, weil es naturgemäßer die Pflicht der Vorsorge
vom Erben auf den Gläubiger überträgt, bald in's
Rechtsbewußtsein des ganzen Volkes übergehen. Auf
Einen Erben kommen wenigstens fünf Md noch mehr
Gläubiger der Erbschaft. Ein einzelner Erbe übersieht
wohl die Jnventarslegung, dagegen wird cs gewiß selten

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