Full text: Volume (Jg. 9 (1844))

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chen eben der Verkehr besteht, und leicht zu erlangender'
Schutz im Verkehr. Dazu gehört denn von selbst ein
rascher, aber «»bevormundeter und sicherer Rechtsgang
und prompte Erecution." Dies sind, die Grundansichten
des Verfassers. Nachdem er kurz die Entstehungsgeschichte
unserer Prozeß, Ordnung gegeben, bezeichnet er den da,
durch hervorgebrachten Zustand also (S. 8 ff.): 1) der
Richter befinde sich in einer unpassenden, entwürdigenden
Stellung zu den Partbcien, indem er nicht allein Verfasser,
sondern auch Schreiber der Prozeßschriftsätze und auch
Geschäftsführer beider Partheien zugleich sek. 2) Der
Prozeßgang sei langsam, was theils seinen Grund in der
Nachsicht der Prozeß^.'setze hinsichtlich der Fristen und Ver-
säumnisse, so wie in der Aufgebung dxr Eventualmarkme,
und im ungeregelten Bewcisverfahren, Heils darin habe,
daß Alles vom Richter, der größtentheils Alles eigenhändig
machen solle, abhange, und die Parthek auf Len Fortgang
nicht wirken könne. 3) Andererseits werdx die Sache wi-
der Len Willen der Partheien fortgetrieben, daß;ie nicht
Herr seien, ihre Sache eine Zektlang ruhen zu lasten (was
wohl lediglich seinen Grund darin hat, daß in der Prpzeß,
liste noch keine Kolonne für mit Einwilligung der Partheien
beruhende Sachen ist, allerdings ein sehr bedeutendes Hin-
derniß!) 4) Es.bestehe ein ungeregeltes Verfchren bezüg,
lich auf die prozeßleitenden Verordnungen )es Richters
(Beschwcrdewesen) Es wird wohl noch wenig bezweifelt,
daß wir die appellatio extrajudicialis an denselben
Oberrichter, der in der Sache selbst dereinst zu erkennen
hat, wieder haben müssen. 5) Das Kichteramt werde
entwürdigt und der Richter von seinem Standpunkte als

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