Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 9 (1844))

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D. In der Natur der Sache liegt es keineswegs,
die Erbschaft-über den Zeitpunkt der unwiderruflichen
Erwerbung hinaus als eine universitas juris zu be-
trachten. So lange es sich noch darum handelt, wer
Erbe werden, den Erblasser repräsentier», kn alle seine
Rechte und Berbindlichkekten ekntreten soll, kommt die
Erbschaft als eine universitas juris in Betracht und
auch nur in so weit es sich um diese Succeffkon han-
delt, kann man den Nachlaß als eine universitas an-
I sehen. Sobald diese Frage entschieden und die Erbschaft
! erworben ist, treten die in derselben begriffenen Rechte
und Verbindlichkeiten wieder hervor und leben im Erben
eben so wieder aus, wie sie vordem beim Erblasser be,
standen, ohne daß ihre Natur durch den Uebergang von
dem einen Rechtssubsekt auf das andere verändert ist.
Hieraus ergibt sich für die Miterben keine andere Folge,
als daß bei den in der Erbschaft begriffenen Rechten
Und Verbindlichkeiten statt Einem, Mehrere qualitativ
glekchbetheiligt sind. Wie Mehrere bei den verschiede«
nen Rechten und Verbindlichkeiten qualitativ gleichbethei-
ligt sein können, darüber müssen wir bei den verschiede«
nen Rechten und Verbindlichkeiten selbst die Bestimmun-
gen nachsuchen, in so weit nicht für die Miterben be-
sondere Vorschriften gegeben sind. Solche besondere
Vorschriften finden wir nur für die Obligationen. Bei
dinglichen Rechten gehen wir also auf die allgemeinen
Grundsätze zurück. Es ist nun gewiß und unbestritten,
daß die Gesammtheit der Miterben das einzelne Nach«
laßsiück in vollem Ekgenthum hat und frei und unbe-
schränkt darüber verfügen kann, und daß die einzelnen

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