Full text: Volume (Jg. 9 (1844))

434

I.
Was zunächst das römische Recht angrht, so wird
die entgegengesetzte Ansicht bauptsächlich darauf gestützt,
daß es mit der beim judicio familiae erciscundae
dem Richter gegebenen Willkühr unvereinbar sei, anzu-
nehmen, daß die Miterben an den einzelnen Nachlaß-
stücken schon vor der Theilung pro rata der Erbpor-
tiyn betheiligt seien. Der Richter ist. nämlich nicht ge-
halten, bei der Theilung jedes Nachlaßstückes jedem Mit,
erben einen bestimmten realen Theil zu geben, er kann
vielmehr, je nachdem es ihm zweckmäßiger erscheint, dem
Einen einen größer», dem Andern einen geringern Theil
an einem Nachlaßstücke zutheilen; dem Einen die ganze.
Sache überlassen, dem Andern nur eine Geldentschädi-
gung zusprechen; dem Einen das Eigenthum einer Sache
adjudiciren, dem Andern nur eine Servitut u. s. w.,
wenn nur jeder Erbe im Resultate den reellen Werth
seiner Erbschaftsportkon erhält. Es ist dies indeß keine
Eigenthümlichkeit des judicii familiae erciscundae.
Auch beim judicio communi dividundi, wo es
sich um die Theilung einer einzelnen gemeinschaftlichen
Sache handelt, welche Mehreren zu idealen Theilen ge-
hört, hat der Theilungsrichter dieselbe Freiheit.
Nach L. 25. §§. 3. «. 4. D.fam. erciscundae
(X. 2) kann auch wegen mehrerer ungetheilten Erb,
Schäften in einem judieio familiae erciscundae ver-
handelt werden, die dann der Theilungsrichter als eine
Masse behandelt und unter die Interessenten.vertheilt.
Mit den Konsequenzen der Gegner schließend, müßte .
man hier, wenn X. bei der Masse A. und bei der

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