Full text: Volume (Jg. 9 (1844))

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Len Beschädigten ein gleichgültiger Umstand; — ein
fremdes, der Natur nach unschädliches Thier hat, weil
die Aufsicht darüber vernachlässigt worden, daS Eigen-
thum des Tritten gekränkt, also muß der Eigenthümer
des Thieres dcu Schaden ersetzen.
Tas ist dem §. 73 vollkommen angemessen, und
der Appcllationsrichtcr hat in dieser Beziehung einen
Rechtsgrundsatz nicht verletzt.
Zu h., so hat derselbe aber eben so wenig gefehlt,
wenn er die Vorschriften der §§. 60 — 64:
„von Schaden, der von Dienstboten angerichtet wird",
und insbesondere des §. 60:
„für den von Dienstboten angerichtctcn Schaden ist
die Herrschaft in der Regel nicht verantwortlich",
hier außer Anwendung gelassen hat, es ist vielmehr
vollkommen richtig, wenn der Appellationsrichter diese
Vorschriften nur dann angcwendet wissen will, wenn der
Schade aus des Dienstboten eigenen Handlung unmittel-
bar hcrvorgeganaen ist. Das ist aber nicht der Fall,
wenn ein Feld von fremden Schaafen abgezehrt wird.
Tas Gesetz mußte zwischen dem durch Dienstboten
und dem durch Thiere angcrichtetcn Schaden unter,
scheiden, weil bei jenen eine bewußte Sclbstthatigkeit
konknrrirt und bei diesen nicht. Bei crstcren mußte die
Frage: ob der Dienstherr dem Tritten hafte? nach dem
Verhältnisse geregelt werden, in welches der Dienstherr
sich zu dem Dien,lboteu gesetzt hatte; diese Rücksicht aber
alsdann Wegfällen, wenn von einem durch Thiere ver,
ursachtcn Schaden die Rede war. Tie Willenslosigkrit
dieser Geschöpfe ideutisicirte sie vielmehr, dem Dritten

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