Full text: Volume (Jg. 9 (1844))

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meine hochgeehrten Herren, es dürfte in dieser Be»
jiehung kein wesentlicher Unterschied zu finden sein,
denn das Gesetz wird erst dadurch Gesetz, daß eS über»
all gleichmäßig zur Anwendung kommt, und dieselben
inneren Gründe, welche dazu geführt haben, bei der Le,
gislation der öffentlichen Meinung eine wesentliche
Mitwirkung zu gestatten, scheinen auch für die Oeffent»
lichkeit der Rechtspflege zu sprechen. Durch sie werden
denn auch die Gerichte aus de», mystischen Dunkel ihrer
moralischen Persönlichkeit erst vollständig in das Helle
Licht des Tages herauszcführt werden, und aus dem
täglich erneuerten Gefühle der unmittelbaren Einheit mit
dem großen Ganzen des Staates diejenige Frische, Freu»
digkeit und Begeisterung schöpfen, deren sie unter dem
Drucke so vieler trockenen, sich im täglichen Einerlei
wiederholenden Geschäfte so sehr bedürfen; erst dann
werden sie dasjenige Vertrauen erwerben, welches ihre
angestrengten Bestrebungen verdienen und welches für die
Sicherheit und Wohlfahrt des bürgerlichen Lebens von
der entschiedensten Bedeutung ist; und, weit entfernt-
das monarchische Prinzip durch Unterbreitung der Idee
der Dolkssouverainität zu gefährden, wird die Oeffent»
lichkeit der Rechtspflege in den geschilderten Wirkungen
nur dazu dienen- die Gewalt des Monarchen als die
Quelle alles Rechts in dem Herzen des Volkes zu be-
festigen- . .
Schließlich bitte ich um die Erlaubniß, auf eine
im Laufe dieses Jahres zu Berlin erschienene Broschüre
hindeuten zu dürfen, welche, nach dem Vorworte, einen
kürzlich verstorbenen hohen Staatsbeamten zum Verfaffer
IX. 3«hr,. 5i Hn» 26

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